Nach einem Vulkanausbruch strömt über Island wieder glühende Lava. Südlich der Hauptstadt Reykjavik sprudelte sie aus einem Erdriss - und kommt dem Fischerort Grindavik erneut gefährlich nahe.

Auf Island hat es wieder einen Vulkanausbruch gegeben: Wie schon seit Wochen erwartet, bahnte sich Lava den Weg aus einem großen Erdriss südlichwestlich von Reykjavik.

Über Wochen hatten sich die unterirdischen Kammern mit Magmamassen gefüllt. Schon in den Morgenstunden hatte sich der Ausbruch mit einem stärker werdenden Erdbebenschwarm in der Region angekündigt. Die Wetterbehörde sprach knapp 45 Minuten nach Ausbruchsbeginn davon, dass der Erdriss nun rund 700 Meter lang ist.

Lava sprudelt in Richtung Grindavík

Das isländische Wetteramt teilte mit, der Strom habe gegen 6.30 Uhr am Morgen (Ortszeit) begonnen. Flammen und Rauch stiegen auf, als sich die Vulkanspalte in der Nähe des Fischerortes Grindavik öffnete. Webcams zeigten, wie geschmolzenes Gestein in Richtung der Gemeinde sprudelte.

Nach Angaben des isländischen Senders RUV tat sich kurz darauf ein neuer Riss nahe des Ortes auf, der auf der Halbinsel Reykjanes gelegen ist. Die isländische Zivilschutzbehörde rief einen Notfall aus.

Unweit des Lavaflusses stehen auch Häuser.

Behörden lassen Fischerort und Thermalbad räumen

Stunden vor dem Ausbruch ließen die Behörden bereits Grindavik und das Thermalbad Blaue Lagune räumen. 40 Häuser mussten evakuiert werden, wie RUV berichtete. Es wurde befürchtet, dass sich innerhalb des Ortes Risse im Erdboden auftun könnten. Acht Menschen hätten dennoch beschlossen, in Grindavik zu bleiben, berichtete RUV unter Berufung auf die Polizei.

Mit Sorge wurde vor allem darauf geblickt, dass die Lavamassen einen Schutzwall nördlich von Grindavik durchbrachen. Welche Auswirkungen das auf den Lavafluss haben wird, blieb zunächst unklar. Bei einem der vorherigen Ausbrüche wurden drei Häuser am Rande von Grindavik von der Lava erfasst, bei einer Eruption im November vergangenen Jahres erreichte Lava den Parkplatz der Blauen Lagune.

Elf Ausbrüche seit 2021

Für die Anwohner sind Eruptionen keine Seltenheit mehr: Nach 800 Jahren Ruhe war der Vulkan im März 2021 wieder erwacht, seitdem spuckte er elf Mal Lava, davon allein acht Mal seit Dezember 2023. Die zuvor letzte Eruption hatte im vergangenen November begonnen, ehe sie nach 18 Tagen ihr Ende fand. Wie lange die Eruption diesmal anhält, lässt sich bisher nicht abschätzen.

Forscher gehen davon aus, dass die Ausbruchsserie noch Jahrzehnte andauern könnte. Island liegt über einem vulkanisch aktiven Gebiet im Nordatlantik.

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