Etwa 20 Konzerte spielt Christian Tetzlaff jedes Jahr in den USA. Aus Protest gegen die Politik von Donald Trump wird der Geiger dort vorerst nicht mehr auftreten.

Eigentlich sollte Christian Tetzlaff im Frühling Konzerte in den USA spielen: Auftritte in acht verschiedenen Städten, gut gefüllte Säle, ein begeistertes Publikum. Doch der bekannte deutsche Geiger hat sich aus freien Stücken gegen all das entschieden. Aus Protest gegen die Politik des Präsidenten Donald Trump hat der 58-Jährige seine Konzertreise abgesagt.

Lange habe er mit sich gerungen, sagte Tetzlaff, der in den Vereinigten Staaten über ein großes Publikum verfügt, dem Radiosender NDR Kultur. Am Ende entschied er sich doch für die Absage: "Ich habe für mich keine andere Möglichkeit mehr gesehen, auch für die Zukunft nicht." Tetzlaff möchte damit ein Zeichen setzen – auch weil viele seiner Kollegen in den USA dies seiner Meinung nach versäumen.

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"Für mich ist der Grund, dass ich absage, weil in Amerika absolute Stille herrscht, bei Musikern, bei Orchestern, selbst bei Politikern", erklärte er bei NDR Kultur. "Wir würden alle erwarten, dass jetzt Millionen auf der Straße sind, denn es wird alles abgeschafft, wofür Amerika stand." Viele Musiker, mit denen er gesprochen habe, würden seine Meinungen teilen, erzählte Tetzlaff. Öffentlich positionieren wollten sie sich aber nicht.

"Das sind jetzt vier Jahre – und in den ersten sieben Wochen ist alles um hundert Jahre zurückgedreht worden", sagt der Violinist. "Jetzt wäre die Zeit, etwas zu sagen." Tetzlaff spielt regelmäßig Konzerte in den USA, nach seinem letzten Auftritt habe er sich gefühlt wie in einem Horrorfilm. Von seinen Konzerteinnahmen würde fast ein Drittel in Form von Steuern an den US-amerikanischen Staat gehen – "einen Staat, der teilweise schreckliche Dinge mit dem Geld macht", sagte Tetzlaff der "New York Times".

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Tetzlaff sollte im März mit seinem Quartett Konzerte in den Bundesstaaten New York, Connecticut, Georgia und Kalifornien spielen. Für Sommer und Herbst waren weitere Auftritte geplant. Auch die wird der Hamburger wohl absagen. Er könne sich vorspielen, im Rahmen von Benefizveranstaltungen zu spielen oder um auf die Situation von Gruppen aufmerksam zu machen, die unter der Trump-Politik leiden. "Aber als Unterhaltungsprogramm im Moment nicht", stellt Tetzlaff klar.

Quellen:NDR Kultur, "New York Times"

  • Donald Trump
  • USA
  • New York Times

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