Bei den Oscars geht es um große Filme und große Stars. Doch neben den Siegern und Verlierern sorgten auch andere Momente für Emotionen und lautes Getuschel.

Der Film "Anora" geht als großer Sieger aus der Verleihung der Oscars hervor, Timothée Chalamet und sein Bob-Dylan-Biopic "Like a Complete Unknown" als Verlierer. Für emotionale Momente und Getuschel sorgten aber weder "Anora" noch "Like a Complete Unknown". Stattdessen erschütterten Hollywood in der Woche vor den Oscars gleich zwei große Verluste: Gene Hackmann und Michelle Trachtenberg verstarben wenige Tage vor der Verleihung.

Oscars verzichten auf Ehrung von Michelle Trachtenberg

Geehrt wurde von der Academy aber nur einer von beiden. In der "In Memoriam"-Bilderschau, in der traditionell verstorbene Hollywood-Größen des vergangenen Jahres geehrt werden, war Oscarpreisträger Hackman vertreten, TV-Schauspielerin Trachtenberg aber nicht. Ein Versäumnis, das einigen Fans im Netz übel aufstieß. "Warum haben sie Michelle Trachtenberg nicht in die Gedenkrede aufgenommen? Aus Zeitgründen sicher nicht, denn sie haben Gene Hackman aufgenommen, der einen Tag nach ihr starb", beschwerte sich ein Nutzer auf X. Eine Erklärung könnte sein, dass Trachtenberg vor allem in Fernsehserien gespielt hat – bei den Oscars geht es jedoch um Filme. 

Demi Moore geht leer aus – dafür freuen sich diese Stars

Beste Hauptdarstellerin: Mikey Madison ("Anora") © IMAGO/PAT BENIC
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Morgan Freeman gedenkt Gene Hackmans 

Für einen emotionalen Moment sorgte Morgan Freeman, der Hackman mit einer besonderen Rede ehrte. "Ich hatte das Vergnügen, mit Gene an zwei Filmen zu arbeiten, 'Unforgiven' und 'Under Suspicion'. Und wie jeder, der eine Szene mit ihm geteilt hat, habe ich erfahren, dass er ein großzügiger Schauspieler war, ein Mann, dessen Gabe die Arbeit eines jeden aufgewertet hat", würdigte Freeman den Verstorbenen auf der Bühne. "Gene sagte immer: 'Ich denke nicht über das Vermächtnis nach, ich hoffe nur, dass man sich an mich als jemanden erinnert, der versucht hat, gute Arbeit zu leisten.' Ich glaube, ich spreche für uns alle, wenn ich sage: 'Gene, dafür und für so viel mehr wird man sich an dich erinnern.' Ruhe in Frieden, mein Freund."

Conan O'Brien greift Skandal um Karla Sofía Gascón auf

An Ricky Gervais' fiese Witze bei der Golden-Globes-Verleihung 2011 kam Comedian Conan O'Brien bei den Oscars nicht heran. Und dennoch sorgte der Late-Night-Moderator für den einen oder anderen Schreckmoment unter den illustren Gästen im Saal. Als er die Kontroverse um "Emilia Pérez"-Star Karla Sofía Gascón aufgriff, staunten vermutlich nicht wenige. Der Film ging als Favorit in die Oscars, sorgte in den vergangenen Wochen aber wegen eines anderen Eklats für Furore, nachdem rassistische Tweets von Hauptdarstellerin Gascón die Runde gemacht hatten. 479 Mal falle im Film "Anora" das Wort "Fuck", so O'Brien in seiner Moderation. "Das ist dreimal mehr als der Rekord, den der PR-Agent von Karla Sofía Gascón aufgestellt hat", scherzte er daraufhin. "Karla, wenn Du über die Oscars twittern willst, dran denken: Mein Name ist Jimmy Kimmel", sagte er außerdem. Die spanische Schauspielerin war dem bisherigen Award-Marathon ferngeblieben, bei den Oscars war sie aber vor Ort.

Old Hollywood auf dem roten Teppich

Selena Gomez trägt eine champagnerfarbene Glitzerrobe von Ralph Lauren und ein Diamant-Collier von Bulgari © John Angelillo / Imago Images
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Israelisch-palästinensische Filmemacher mit wichtiger Botschaft

Daryl Hannah zeigte sich in ihrer Laudatio solidarisch mit der Ukraine. Mehr dazu lesen Sie hier. Politische Momente waren darüber hinaus in diesem Jahr Mangelware. Einzig bei der Dankesrede der Regisseure des Dokumentarfilmgewinners "No Other Land" über die Räumung palästinensischer Dörfer im besetzten Westjordanland durch die israelische Armee wurde es politisch und emotional zugleich. Filmemacher Yuval Abraham aus Israel und sein Co-Regisseur Basel Adra aus dem Westjordanland sprachen an, wie verknüpft ihre beiden Länder und deren Schicksale sind. "Wir haben diesen Film gemacht, Palästinenser und Israelis, denn gemeinsam sind unsere Stimmen stärker", sagte Abraham. Es müsse in der Zukunft "eine politische Lösung ohne ethnische Vorherrschaft mit nationalen Rechten für unsere beiden Völker" geben, forderte er. Ihr Dokumentarfilm spiegele "die harte Realität wider, die wir seit Jahrzehnten ertragen und gegen die wir uns immer noch wehren".

Demi Moore kann sich nicht freuen

Die Verliererin des Abends dürfte Demi Moore sein, die für ihre Darstellung in "The Substance" bereits den Golden Globe und den Sag-Award gewonnen hatte, bei den Oscars aber leer ausging. Ihre Reaktion auf den Sieg von Kollegin Mikey Madison sorgte für Getuschel. Statt sich für ihre Kollegin – zumindest nach Außen hin – zu freuen, lächelte Moore nicht. Laut Lippenlesern soll sie nur ein kurzes "nice" ("nett") über ihre Lippen gebracht haben. Im Netz ärgerten sich Fans der Schauspielerin. "Demi Moore wurde beraubt", schrieb ein Nutzer wütend.

ls
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