Vor ihrem Durchbruch ließ sich Marilyn Monroe nackt fotografieren. Bei "Bares für Rares" sorgt das Bild für weit weniger Aufregung als zu Zeiten seiner Entstehung.

"Ich war jung und brauchte das Geld": Dieser Spruch fällt Horst Lichter ein, als er das Foto sieht, das auf dem Expertentisch von "Bares für Rares" liegt. Es zeigt Marilyn Monroe in jungen Jahren. Die Aufnahme stammt aus einem Kalender, den Gabriele Heeser-Nave und Eckart Nave aus Hamburg mitgebracht haben. Heeser-Nave bekam den Kalender vor 30 Jahren von einem Fotografen geschenkt, für den sie gearbeitet hat. Da sich das Ehepaar mittlerweile räumlich verkleinert hat, möchte sie sich von dem Schätzchen trennen. 

Wie Bianca Berding erläutert, stammt das Foto aus dem Jahr 1949 – aus einer Zeit also, als die Schauspielerin noch gänzlich unbekannt war. Geplant war es für den "Golden Dreams"-Kalender, bei dem Fotograf handelt es sich um Tom Kelley. Monroe sei zum Zeitpunkt der Aufnahme tatsächlich jung gewesen und habe das Geld gebraucht, bestätigt die Expertin den eingangs zitierten Spruch Lichters. 

"Bares für Rares": Marilyn Monroe stand zu dem Foto

Erst 1952 fiel einer Reporterin auf, dass die mittlerweile bekannt gewordene Schauspielerin auf dem Foto abgebildet ist, was für einen großen Aufschrei sorgte. Entgegen dem Rat ihrer Produktionsfirma Fox stritt Marilyn Monroe nicht ab, dass sie auf dem Bild zu sehen ist – ihrer Popularität sollte das nicht schaden. Im Gegenteil.

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Auch der Kalender war populär und wurde in den Jahren immer wieder neu aufgelegt, das hier vorliegende Exemplar stammt aus dem Jahr 1954. Das Foto taucht auch in der ersten Ausgabe des "Playboy" auf. Hugh Hefner hatte 1953 die Rechte an dem Bild erworben und es für sein neues Magazin verwendet. 200 Euro wünschen sich die Eheleute für ihr Objekt. Bianca Berding hält mehr für möglich: Sie nennt eine Preisspanne von 250 bis 700 Euro. 

Im Händlerraum findet der Kalender mit dem bekannten Foto allerdings wenig Anklang. Lisa Nüdling signalisiert sofort, dass sie nicht mitbieten wird, auch Julian Schmitz-Avila, Fabian Kahl und Roman Runkel steigt direkt aus. Leo Leo bietet immerhin 50 Euro und bringt damit die Versteigerung in Gang. 

Die letzten Fotos von Marilyn Monroe

Im Juli 1962 erwartete der damals 32-jährige Modefotograf Bert Stern die Filmgöttin Marilyn Monroe im Hotel Bel-Air in Los Angeles Marilyn Monroe zum Fotoshooting. Es wurde die erste von drei Sessions für die "Vogue" - und dauerte zwölf Stunden. Stern hatte Champagner kalt gestellt, was zur entspannten Atmosphäre beitrug.
Wenige Wochen später war Marilyn Monroe tot. Das dreitätige Shooting ging als "the last sitting" (die letzte Sitzung) in die Geschichte ein - und machte den Fotografen weltberühmt.
Die Aufnahmen stammen aus dem Bildband "Marilyn Monroe", der im Taschen-Verlag erschienen ist. Er umfasst 276 Seiten und kostet 49,99 Euro. Neben den Fotos von Stern enthält der Band einen ausführlichen Text von Schriftsteller Norman Mailer. © Courtesy TASCHEN
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Da niemand mitbietet, erhöht der Händler mehrfach sein Gebot, bis die Verkäufer bei 200 Euro einschlagen. So wechselt das Foto der nackten Marilyn, das einst für einen Eklat sorgte, recht unspektakulär seinen Besitzer.

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