Der Film "Rote Sterne überm Feld" behandelt ostdeutsche Geschichte und sorgt im Rahmen des Festivals "achtung berlin" jetzt für Diskussionen. Grund dafür ist ein Kurzauftritt von Till Lindemann. Die Regisseurin verteidigt ihre Entscheidung und lädt Kritiker zum Dialog ein.
Die Berliner Regisseurin Laura Laabs sorgt mit ihrem Film "Rote Sterne überm Feld" noch vor dessen Kinostart für Schlagzeilen. Grund dafür ist allerdings nicht der sicherlich wichtige und richtige Inhalt des Streifens, der sich mit ostdeutscher Geschichte auseinandersetzt, sondern Til Lindemann, der darin für zwei Minuten zu sehen ist.
Nachdem bekannt wurde, dass "Rote Sterne überm Feld" beim Berliner Festival "achtung berlin" in der Kategorie "Bester Spielfilm" nominiert ist, wurden kritischen Stimmen laut. In einem offenen Brief wandten sich die Personen hinter den Accounts "Keine Show für Täter" und "Kein Rammstein in Berlin" an die Verantwortlichen des Indie-Festivals und forderten offenbar, den Film aus dem Programm und von der Liste zu nehmen.
In einem Statement in den sozialen Medien reagierte man seitens des Festivals darauf jetzt mit folgenden Worten: "Wir nehmen die Kritik sehr ernst und möchten ein Zeichen für offenen Austausch und Dialog setzen sowie einen sicheren Raum zur Diskussion patriarchaler Gewalt bieten." Deswegen werde "Rote Sterne überm Feld" am kommenden Sonntag, den 6. April, im Babylon Kino in Berlin mit einer Anmoderation und einem anschließenden Fragen-Antwort-Teil mit Expertinnen und Experten gezeigt. Zudem betonte das Festival: "Wir fühlen aufrichtig mit allen Betroffenen, die Opfer von Machtmissbrauch und sexueller Übergriffe geworden sind."
Einladung zur Diskussion
Auch Laura Laabs selbst äußerte sich: "Eure Einwände haben uns erreicht und auch nicht vollkommen überrascht. Natürlich haben wir diese und ähnliche Bedenken in einem monatelangen Prozess während der Fertigstellung des Films immer wieder aufgeworfen und abgewogen." Sie lud die anonymen Kritikerinnen und Kritiker ein, die Vorstellung zu besuchen und sich an der Diskussion zu beteiligen. Dafür stellte sie sogar Freikarten zur Verfügung.
Gedreht wurde "Rote Sterne überm Feld" bereits vor den Vorwürfen gegen Lindemann wegen Machtmissbrauch und sexueller Übergriffe. Laabs erklärte, sie habe ihn als Besetzung gewählt, weil er aus der Region stamme und Rammstein lange als Erfolgsgeschichte des Ostens galten. Der 62-Jährige mimt darin den Erlkönig, eine Rolle, die Laabs bewusst nicht gestrichen hat. "Es wäre in meinen Augen ein Kaschieren der Geschichte gewesen." Sie betonte zudem, dass in ihren Filmen stets Frauen die großen Rollen spielen.
Und darum geht's: In einem kleinen Ort in Mecklenburg wird ein Skelett gefunden, dass die Anwohner vor ein Rätsel stellt. Die Polizei geht jeder Spur nach und eine Reise in die Vergangenheit beginnt, die zurück in die Gegenwart führt. Es geht um Mecklenburg und seine Bewohner, verwoben in 100 Jahre deutscher Geschichte. Offiziell in die deutschen Kinos kommt der Film dann im Mai.
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