- 4 von 5 Punkten
- Liebe, Schuld, Familiendrama, Reichtum und Armut, alles ist enthalten
Worum geht's in diesem Masuren-Krimi?
Heidnische Trachten, ein Fackelmarsch bei Nacht, das Anbeten des Donnergotts Perkuno am Lagerfeuer – wo sind wir denn hier gelandet? Auf der Veranstaltung eines Werftbesitzers, der für seine Mitarbeitenden ein mittelalterliches Fest nach dem Kult der Galinder ausrichtet, um ein Firmenjubiläum und die -übergabe an seine Tochter zu feiern. Nach einer mit Met durchzechten Nacht findet die Zeremonienmeisterin Malgorzata (Petra Zieser) am frühen Morgen eine Leiche auf dem Gelände.

Masuren-Krimi "Liebestod" In den Fängen der Schwarzen Madonna
Die Stimmung zwischen der Ermittelnden Dr. Viktoria Wex (Claudia Eisinger) und ihrem Kollegen Leon Pawlak (Sebastian Hülk) ist angespannt. Pawlak kämpft noch gegen ein Trauma, ausgelöst vom vorherigen Fall, bei dem er Zeuge eines Suizids wurde, Wex ist gewohnt pampig und eigenbrötlerisch. Der Tote führt die beiden zu einem Cold Case, der ebenfalls in Verbindung zur Mazur-Werft steht – und zu deren neuer, erfolgreicher Yachten-Serie "Azurius".
"Tatort": Die Höhepunkte aus 1000 Folgen

Mit ihm fing alles an: Am 29. November 1970 fuhr Hauptkommissar Paul Trimmel (Walter Richter, r.) mit dem Taxi nach Leipzig - und legte den Grundstein für den anhaltenden "Tatort"-Erfolg. Der erste von bislang über 1200 Fällen - und bei Weitem nicht der schlechteste. © NDR/Scharlau
Warum lohnt sich "Mord in Galindien"?
Die familiären Verstrickungen zwischen Tätern und Opfern sorgen für die Dramatik in diesem Fall, genauer gesagt: in diesen Fällen. Alles ist miteinander verwoben, aber wer trägt hier eigentlich die Schuld? Warum scheinen plötzlich die ukrainischen Mitarbeiter und die Sympathie des Werftbesitzers für Geflüchtete eine Rolle zu spielen? Schön ist die immer wieder wackelige Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren.
Was stört?
Rituale und schräger Glauben, das war schon das Setting für den Masuren-Krimi "Liebestod". Die der ein oder andere Zuschauer vielleicht gern mehr zum Filmset erfahren würde, liefern wir hier eine Quelle, wo das Hotel liegt: "Im Mittelalter lebte im südlichen Masuren der pruzzische Stamm der Galinder. Ein polnischer Arzt versucht, ihre Kultur am Ufer des Beldahnsees (Jezioro Beldanskie) wiederzubeleben. Im Laufe der Jahre ist eine Hotelanlage mit einer urtümlichen Erlebnislandschaft entstanden, der er den Namen Galindia – Masurisches Eden (Galindia – Mazurski Eden) gab."
Die Kommissare?
Die Puzzle-Arbeit von Viktoria Wex beeindruckt, so stellt man sich die Arbeit von Forensikern vor. Hier ein Halm, da ein Holzsplitter oder ein Farbrest, und plötzlich wird ein Bild daraus. Dass Pawlak für sie mehr ist als ein hilfsbedürftiger Kollege, offenbart sich nur gelegentlich. Pawlaks Unsicherheit ihr gegenüber kann sie ihm jedoch – fast – mit einem Augenaufschlag nehmen. Plötzlich scheint sich aber auch das Verhältnis zwischen Wex und Pawlaks Exfrau Zofia Kowalska (Karolina Lodyga), beider Chefin, zu bessern.

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Ein- oder ausschalten?
Die Geschichte ist speziell. Brauchtümer spielen eine Rolle und Schuldbewusstsein eine große. Wer Fan des Masuren-Krimis ist, wird sich diesen aber sicherlich nicht entgehen lassen.
Der TV-Sendetermin für "Mord in Galindien" beginnt wegen eines aktuellen "Brennpunkts" am Donnerstag, 3.4.25, um 20.30 Uhr in der ARD
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