Die US-Regierung hat einen Mann wegen angeblicher Bandenmitgliedschaft nach El Salvador abgeschoben - zu Unrecht. Die Behörden räumten nun einen "Verwaltungsfehler" ein. Zurückkehren könne der Mann aber nicht.

Die Trump-Regierung hat einen Mann aus dem US-Bundesstaat Maryland aus Versehen in ein Gefängnis in El Salvador abschieben lassen. Beamte der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE räumten einen "Verwaltungsfehler" ein, der die Abschiebung des Mannes möglich gemacht habe.

In einer Gerichtsakte heißt es, dass die ICE "sich seines Schutzes vor der Abschiebung nach El Salvador bewusst war". "Ein Versehen" habe dennoch dazu geführt. Trotzdem sprach sich die Regierung gegen eine Rückführung in die Vereinigten Staaten aus, weil dem 29-Jährigen von den Behörden Verbindungen zu Verbrecherbanden vorgeworfen werden. Regierungsanwälte erklärten, US-Gerichte hätten nun keine Möglichkeit, seine Freilassung zu erwirken.

Die Anwälte des Mannes betonten, dass er weder der Straßengang MS-13 noch einer anderen Verbrecherbande angehöre, und argumentieren, dass die US-Regierung nie Beweise vorgelegt habe. Die MS-13, auch bekannt als Mara Salvatrucha, ist eine von acht lateinamerikanischen kriminellen Organisationen, die die Trump-Regierung im Februar als ausländische Terrororganisationen einstufte.

Berüchtigtes Hochsicherheitsgefängnis

Der 29-Jährige wurde am 12. März in Baltimore festgenommen. Laut Berichten der New York Times sitzt der Betroffene im "Centro de Confinamiento del Terrorismo" (Cecot). Es ist das gefürchtetste Gefängnis von El Salvador - einem Land, das berüchtigt ist für seine brutale Gefängnispolitik. Seine Frau erkannte ihn offenbar später auf Fotos und Videos aus dem Gefängnis.

Nach Angaben seiner Anwälte war der Mann 2011 illegal aus El Salvador "auf der Flucht vor Bandengewalt" in die USA eingereist und hatte sich auf den Weg nach Maryland zu seinem älteren Bruder gemacht, einem US-Bürger. Er ist inzwischen selbst mit einer US-Amerikanerin verheiratet. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn und zwei Kinder aus der vorherigen Beziehung der Frau.

Abschiebungen trotz Rechtsstreits

Die US-Regierung hatte zuletzt ungeachtet eines laufenden Rechtsstreits mehrfach Menschen nach El Salvador abgeschoben. Die Begründung lautete, sie seien "gefährliche Kriminelle", "Mörder und Vergewaltiger".

In dem nun beanstandeten Fall hielt das Weiße Haus an der Darstellung fest, der Mann sei "Anführer der brutalen MS-13-Bande" aus dem zentralamerikanischen Land gewesen.

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