Darum geht es: Ab dem 1. Mai gilt in Österreich ein Handyverbot an Schulen für die unteren acht Klassenstufen. Die neue Regierung hat einen entsprechenden Vorstoss von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) gebilligt. Damit dürfen die Schülerinnen und Schüler ihre Handys auch in den Pausen nicht mehr benutzen. Auch Smartwatches zählen dazu. Zu Unterrichtszwecken können Schulen Ausnahmen vom Handyverbot festlegen. In Österreich konnten Schulen zwar schon bisher Handys im Unterricht und in der Pause regulieren oder verbieten. Weil es bei der Durchsetzung Schwierigkeiten gab, soll jetzt aber die klare, bundesweite Regelung Klarheit schaffen.

Deshalb so rasch: Die Verordnung der Regierung ist eine der ersten seit ihrer Einsetzung Anfang März – nachdem die Wahlen ja bereits ein halbes Jahr zurückliegen. «Es war ein Anliegen der Regierung, möglichst rasch erste Entscheidungen zu präsentieren», sagt Eva Linsinger, Inland-Journalistin beim ORF. Für Diskussionen könnte allenfalls die konkrete Umsetzung an den Schulen im Land sorgen, weil in Österreich die Bundesländer über eine sogenannte Schulautonomie, also eine Dezentralisierung der Entscheidungskompetenz, verfügen.

Man probiert jetzt das Verbot mal aus und kann die Regelungen dann noch anpassen.
Autor: Eva Linsinger Inland-Journalistin beim Österreichischen Rundfunk ORF

Zeitlich vorerst begrenzt: Die Verordnung der Bundesregierung gilt vorerst bis im Sommer, erst dann soll allenfalls ein entsprechendes Gesetz eingeführt werden. So solle das Verbot getestet werden, denn es gebe noch viele offene Fragen, sagt Linsinger. Viele beträfen die konkrete Umsetzung des Handyverbots oder die möglichen Sanktionen gegen Schülerinnen und Schüler bei Nichtbefolgung. «Man probiert jetzt das Verbot mal aus und kann die Regelungen dann noch anpassen», sagt Linsinger.

Die Reaktionen: Die Schulen in Österreich reagieren mit Erleichterung auf das bundesweite Verbot. Die Schulleitungen, die schon bisher Beschränkungen erlassen konnten, oft aber mit der Durchsetzung grosse Probleme hatten, hoffen jetzt auf Besserung. Auch viele Eltern hoffen, dass ihre Kinder künftig weniger am Handy hängen werden. Es gibt aber auch Kritik. So wird etwa vorgebracht, es wäre klüger, wenn die Kinder einen angemessenen Umgang mit den Geräten lernen würden, statt sie ihnen zu verbieten. Entsprechende Fächer plant die Regierung zwar auch, das ist vorerst aber Zukunftsmusik.

Eine Vorreiterrolle: Die Diskussion um den exzessiven Gebrauch von Handys und Apps durch Kinder und Jugendliche ist in vielen Ländern ein Thema, so etwa zuletzt auch in Italien oder der Schweiz. Entsprechend werde das Vorgehen Österreichs sicher auch international beobachtet und geschaut, welche Effekte das Handyverbot an Schulen habe, sagt Linsinger. «Es betrifft ja nicht nur den Unterricht, sondern auch das Gesundheits- oder Sozialverhalten.» Es gehe darum, eine angemessene Austarierung zu finden, denn schliesslich sei der Handygebrauch aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Es gehe aber um einen gesunden Umgang damit.

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