Den ganzen Februar über hielt uns Asteroid 2024 YR4 in Atem. Zeitweise war seine Wahrscheinlichkeit, die Erde im Jahr 2032 zu treffen, auf etwa 3 Prozent gestiegen ist. Das war die höchste Einschlagswahrscheinlichkeit, die jemals für einen großen Asteroiden erreicht wurde. Nasa und Esa waren in Alarmbereitschaft, eine Deutsche Firma prüfte einen Abwehrplan. Dann, am 25. Februar, die Entwarnung. Asteroid 2024 YR4 stand nicht mehr ganz oben auf der Risikoliste der Esa. Neue Beobachtungen mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (Eso) in Chile und weiteren Einrichtungen auf der ganzen Welt konnten die Bahn des Asteroiden genauer bestimmen. Das daraus errechnete Einschlagsrisiko war entsprechend deutlich gesunken. Aktuell liegt der Wert bei 0,000019 Prozent.

James Webb Teleskop untersuchte den Asteroiden am 26. März

Bereits Anfang Februar hatten Nasa, Esa und CSA (die kanadische Raumfahrtagentur) beschlossen, den Asteroid 2024 YR4 mit dem James-Webb-Weltraumteleskop zu untersuchen. "Um die Gefahr, die vom Asteroiden 2024 YR4 ausgeht, genau einschätzen zu können, benötigen wir eine genauere Schätzung seiner Größe", hieß es in der Mitteilung auf dem Blog der Esa. Bisher gehe man von 40 bis 90 Metern Durchmesser aus. Da nicht klar ist, wie gut der Asteroid das sichtbare Licht reflektiert, sind diese Zahlen nicht sicher. 40 oder 90 Meter bedeuten jedoch einen riesigen Unterschied bei einem möglichen Einschlag.

Das JWST sollte daher den Asteroiden im Infrarotlicht (Wärme) untersuchen. "Infrarotbeobachtungen ermöglichen eine viel genauere Schätzung der Größe eines Asteroiden", schreibt die Esa und verweist auf einen in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Artikel, an dem Mitglieder des Planetary Defence Office der ESA mitgearbeitet haben. Die Untersuchungen haben am 26. März stattgefunden und jetzt gibt es erste Ergebnisse, über die heise.de als erste Plattform im deutschsprachigen Raum berichtete.

Das Bild zeigt die Umlaufbahn des Asteroiden 2024 YR24, hier in Rot, während er am 22. Dezember 2032 nahe an der Erde vorbeifliegt.Bildrechte: ESO

60 Meter Durchmesser: Das erfordert eine Reaktion

Demnach hat Asteroid 2024 YR4 einen Durchmesser von rund 60 Metern – plus/minus sieben Meter. Bei allen Asteroiden, die größer als 50 Meter sind, erfolgt die Aktivierung der Space Mission Planning Advisory Group (SMPAG), die "Bedrohungen durch erdnahe Objekte eine internationale Reaktion auf eine Bedrohung durch erdnahe Objekte" erforschen und Reaktionen darauf erarbeiten soll. Die Beobachtung bestätigte auch, dass "Einschlag von 2024 YR4 auf der Erde am 22. Dezember 2032 nun ausgeschlossen wurde". Allerdings "besteht weiterhin eine Wahrscheinlichkeit ungleich Null, dass er den Mond trifft", heißt es in der vorläufigen Veröffentlichung der Forschenden.

Die Untersuchungen sind noch nicht peer reviewed, also von anderen Wissenschaftlern, die nicht an der Forschung beteiligt waren, überprüft worden. Die Veröffentlichung in einer wissenschaftlichen Zeitschrift steht daher ebenfalls noch aus. Als pdf finden Sie die Daten hier.

Esa/Nasa/gp

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