• Ein starkes Erdbeben mit der Stärke 7,7 hat mehrere Länder in Südostasien erschüttert.
  • Das Auswärtige Amt hat bislang keine Hinweise auf deutsche Opfer und warnt Reisende vor möglichen Nachbeben.
  • Internationale Hilfe ist angelaufen
  • In Bangkok stürzte ein Hochhaus-Rohbau ein, über 40 Arbeiter sollen unter den Trümmern eingeschlossen sein.
  • Die Militärjunta in Myanmar rief für sechs Regionen den Notstand aus.

Gut einen Tag nach dem verheerenden Erdbeben sind die Opferzahlen sprunghaft gestiegen. Besonders betroffen ist das südostasiatische Land Myanmar. Wie die regierende Militärjunta am Samstagmorgen mitteilte, kamen nach offiziellen Angaben mehr als 1.000 Menschen ums Leben, etwa 2.400 seien verletzt worden. Experten erwarten jedoch, dass sich die Zahl der Toten weiter drastisch erhöht. So geht die US-Erdbebenwarte USGS von mehr als 10.000 Toten in Myanmar und den anderen betroffenen Regionen aus.

Auch in Thailand kam es zu Zerstörungen. In der Hauptstadt Bangkok – rund tausend Kilometer vom Epizentrum des Erdbeben entfernt – stürzte ein 30-stöckiges, im Bau befindliches Hochhaus ein. Das Haus befand sich in der Nähe des auch bei Touristen beliebten Chatuchak-Marktes. Einsatzkräfte suchten auch in der Nacht unter Bergen aus Beton und Stahl nach den Verschütteten. Laut Innenminister Anutin Charnvirakul wurden acht Tote geborgen, 90 bis 110 Menschen wurden demnach noch vermisst. Zu spüren war das Erdbeben unter anderem auch in Teilen Indiens, Chinas und Vietnams.

Dem deutschen Helmholtz-Zentrum für Geoforschung zufolge hatte das Beben eine Stärke von 7,7. Auch die US-Erdbebenwarte USGS verzeichnete eine Stärke von 7,7. Zudem registrierten die US-Forscher wenige Minuten später ein weiteres Erdbeben mit einer Stärke von 6,4.

Bundesregierung: Bislang keine Hinweise auf deutsche Opfer

Nach Angaben der geschäftsführenden Bundesregierung gibt es vorerst keine Hinweise auf deutsche Opfer. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es keine Erkenntnisse über betroffene Deutsche, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Mittag in Berlin. Die Lage sei noch sehr unübersichtlich. Laut Bundesinnenministerium könnten Bergungs-Experten des Technischen Hilfswerks schnell für einen Einsatz zur Verfügung stehen. Voraussetzung dafür sei aber ein offizielles Hilfeersuchen.

Das Auswärtige Amt empfiehlt betroffenen Deutschen Staatsangehörigen, die Nachrichtenlage zu verfolgen und den Anweisungen lokaler Behörden sowie Reiseveranstaltern zu folgen. Weitere Nachbeben seien nicht auszuschließen. Zudem rät das Ministerium, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen und sich über Verhaltensempfehlungen bei Naturkatastrophen zu informieren.

Internationale Hilfe ist angelaufen

Inzwischen läuft die Internationale Hilfe auf Hochtouren. So bereiten sich die Vereinten Nationen auf einen großen Einsatz vor. Außerdem wurde fünf Millionen Dollar für den Wiederaufbau bereitgestellt. Auch andere Hilfsorganisationen wie "Ärzte ohne Grenzen", der Malteser Hilfsdienst und die Caritas kündigten Unterstützungen und Geldhilfen an. Die Europäische Kommission teilte am Freitagabend mit, dass Copernicus-Satellitensystem für Südostasien aktiviert zu haben, um die Folgen des Erdbebens besser zu beurteilen. Außerdem seien 2,5 Millionen Euro für Soforthilfe bewilligt worden. Je nach Lage und Bedarf vor Ort sollten gegebenenfalls weitere EU-Hilfen mobilisiert werden.

Hochhaus-Rohbau in Bangkok eingestürzt

Infolge des Erdbebens brach in der thailändischen Hauptstadt Bangkok der Rohbau eines Hochhauses in sich zusammen. Ein Video in sozialen Medien zeigt den Einsturz des Gebäudes. Von den 81 Menschen, die von den Gebäudetrümmern verschüttet worden seien, seien mindestens drei tot, teilte der thailändische Vize-Regierungschef Phumtham Wechayachai am Freitag mit. Ministerpräsidentin Paetongtarn Shinawatra berief während ihres Besuchs auf der Insel Phuket eine Notstandssitzung ein.

Militärjunta ruft Notstand für sechs Regionen in Myanmar aus

Das Epizentrum des Bebens lag etwa 50 Kilometer östlich von Monywa in der Landesmitte von Myanmar. Ersten Berichten zufolge sollen in der zweitgrößten Stadt des Landes Mandalay sowie der umliegenden Region zahlreiche Gebäude eingestürzt sein. In Sagaing brach eine alte Brücke ein. Auch Aung Ban liegt nahe Mandalay. Die in Myanmar herrschende Militärjunta rief für sechs Regionen des Landes den Notstand aus und bat zudem um internationale Hilfe. In dem Land tobt seit 2021 ein Bürgerkrieg.

Schäden und Verletzte in China

Auch in China war das Beben stark zu spüren, besonders in der Provinz Yunnan. In Städten wie Kunming, Lijiang und Dali wurden Gebäude beschädigt, in Ruili meldeten Behörden Verletzte. Auch in den Provinzen Guizhou und Guangxi bebte die Erde. In Vietnams Hauptstadt Hanoi wurden keine größeren Schäden bekannt.

dpa/afp(mbe)

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