Eine Oral-B-iO-Zahnbürste kann mehr als 300 Euro kosten, es gibt sie aber auch als Serie 2 ohne jeden Schnickschnack für knapp 60 Euro. Im Praxistest stellt sie sich als unkomplizierte Einsteiger-Alternative heraus, die genauso gründlich putzt wie die Testsiegerin bei Stiftung Warentest. Der Hersteller verdient trotzdem gut.

Vor knapp viereinhalb Jahren testete ntv.de die erste Oral-B iO, die rund 300 Euro kostete und als smarte elektrische Zahnbürste die Mundpflege mit "revolutionärer Technologie" auf ein neues Niveau heben sollte. Inzwischen gibt es viele Varianten der iO, von denen ein rund 80 Euro preiswertes Modell aktuell die Nummer 1 bei Stiftung Warentest ist. Jetzt hat sich der Hersteller mit der radikal abgespeckten Oral-B iO 2 noch einmal um 20 Euro unterboten, aber bei der Putzwirkung keine Kompromisse gemacht, wie ntv.de im Praxistest festgestellt hat.

Weniger heißt einfacher

Für 60 Euro bekommt man die iO 2 mit einer Aufsteckbürste und dem Ladegerät, mehr nicht. Möchte man ein Reiseetui haben, muss man 20 Euro extra bezahlen. Nicht gespart hat Oral-B bei der gedruckten Anleitung, die mit zahlreichen Grafiken und guten Beschreibungen leicht verständlich ist.

Zur unkomplizierten Bedienung trägt aber auch die reduzierte Technik der iO 2 bei: Die Zahnbürste hat nur eine einzige Taste, über die alles geregelt wird. Sie dient nicht nur zum Ein- und Ausschalten, sondern auch zur Auswahl von einem der drei Reinigungsmodi. Sie heißen Super Sensitive, Sensitiv und tägliche Reinigung. Im Prinzip handelt es sich schlicht um drei verschiedene Stärken: schwach, normal, intensiv.

Um sie zu wechseln, drückt man die Taste nach dem Einschalten innerhalb von 25 Sekunden ein- oder zweimal. Hält man den Knopf drei Sekunden gedrückt, bis der Motor stoppt und die kleine LED über dem Knopf grün aufblinkt, wird ein Modus abgespeichert, um die Prozedur nicht bei jedem Einsatz wiederholen zu müssen.

Mit der gleichen Methode kann man jederzeit wieder eine andere Betriebsart wählen. Zum Ausschalten drückt man die Taste für eine Sekunde.

Gut zu handhaben

Die schlanke Zahnbürste liegt mit einem matten Kunststoffgehäuse gut in der Hand. Die Taste ist in einer Vertiefung für den Daumen leicht zu finden. Damit man bei einem nassen Gerät nicht abrutscht, ist sie mit einer griffigen Gummierung überzogen. Apropos nass: Die Zahnbürste kann unter fließendem Wasser, die Ladestation mit einem feuchten Tuch gereinigt werden.

Das Zähneputzen mit der günstigen Neuen unterscheidet sich nicht von dem der teuersten iO und es kommt auch die gleiche Technik zum Einsatz. Dabei handelt es sich um einen runden, oszillierend-rotierenden Bürstenkopf, der einzeln von Zahn zu Zahn geführt werden muss. Erst reinigt man die Vorderseite, dann die Oberseite und schließlich die Rückseite.

Kommt man von einer herkömmlichen Zahnbürste oder einem Schall- oder Ultraschall-Gerät mit breitem Bürstenkopf, muss man sich erst an die Technik gewöhnen. Das ist aber schnell geschehen, und über einen mitgelieferten QR-Code kann man mit dem Smartphone eine Website mit kurzen Videoanleitungen aufrufen. Außerdem hat Oral-B ein Youtube-Video veröffentlicht, das zeigt, wie man mit einer iO-Zahnbürste richtig putzt.

Effektiver Zahnfleisch-Schutz

Wichtig ist, dass man nicht zu stark zudrückt, um das Zahnfleisch zu schonen. Dabei hilft die LED, die rot aufleuchtet, wenn der Sensor der iO 2 einen zu hohen Druck feststellt. Zusätzlich wird dann die Intensität der Rotation vorübergehend reduziert, was man deutlich an einem tieferen Ton hört.

Das klappt prima, der Sensor arbeitet akkurat. Allerdings fehlt eine Anzeige für zu geringen und den perfekten Druck, wie es die teureren iO-Modelle mit weißem und grünem Leuchten signalisieren.

Was nicht fehlt, sind Vibrationen, die nach jeweils 30 Sekunden signalisieren, wenn man ein Viertel des Gebisses gereinigt haben sollte. So fällt es leicht, die empfohlene Putzdauer von zwei Minuten einzuhalten. Ansonsten arbeitet die iO 2 wie die anderen E-Zahnbürsten der Reihe durch ihren Magnetantrieb angenehm leise und relativ vibrationsarm.

Gründliche Reinigung, stabiler Stand

Letztlich pflegt man seine Zähne mit der 60-Euro-iO ebenso gut wie mit der 300-Euro-Variante. Sie entfernt Essensreste und Zahnbelag zuverlässig, vor allem auch am wichtigen Übergang zum Zahnfleisch. Das spürt man nach dem Putzen auch mit der Zunge, die Zähne fühlen sich angenehm glatt an. Ein mehrfarbiges Display oder eine App, über die man den Putzfortschritt verfolgen kann und Statistiken et cetera angezeigt bekommt, sind nette Extras, aber dafür nicht nötig.

Die iO 2 dockt auch nicht magnetisch an ihre Ladestation an, wie die höherpreisigen Kolleginnen, sondern wird aufgesteckt. Das ist zwar nicht so schick, aber in der Praxis wesentlich alltagstauglicher. Denn sie steht so wesentlich sicherer und fällt nicht so oft um wie die Varianten, die auf ihrem magnetischen Sockel balancieren.

Akku hält lange genug durch

Der Akku hält lange durch. Wenn man zweimal am Tag zwei Minuten putzt, muss man die iO 2 höchstens alle zwei Wochen aufladen. Man sollte aber nicht warten, bis die Zahnbürste ausgeht, denn sie hat keine Schnellladefunktion. Außerdem zeigt die LED nicht an, wenn es Zeit ist, die iO 2 auf die Station zu stecken. Problematisch ist das nicht, im Alltag parkt man sie dort normalerweise ohnehin nach jedem Putzen.

Die Ladeelektronik regelt den Rest, man muss sich keine Sorgen machen, dass man die Batterie schädigt. Sollte der Akku doch den Geist aufgeben, kann man ihn wechseln lassen - während der zweijährigen Gewährleistung natürlich kostenlos.

Fazit

Wer einfach nur eine elektrische Zahnbürste sucht, die gründlich reinigt, gut zu handhaben und robust ist, wird mit der knapp 60 Euro günstigen Oral-B iO 2 bestens bedient. Das Geld für teure Extras kann man sich sparen, lediglich eine Anzeige für den idealen Druck fehlt. Der Hersteller kommt allerdings auch bei der preiswerten Alternative auf seine Kosten. Denn die im Schnitt rund sechs Euro teuren Aufsteckbürsten sind die gleichen wie bei den Top-Modellen.

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