Geekom bietet mit dem A8 Max einen Mini-PC an, der in einem größeren Gehäuse die Muskeln spielen lässt. In Kombination mit zahlreichen Anschlüssen kann er auch professionellen Ansprüchen gerecht werden. Besser als sein kleinerer Vorgänger ist er aber besonders bei einer Aufgabe.

Die ersten Mini-PCs von Geekom, aber auch die anderer Hersteller, hatten es noch leicht zu beeindrucken. Denn sie boten mit sehr kompakten Maßen ähnlich hohe Leistungen wie große Desktop-Rechner. Inzwischen sind sie aber in einen Bereich vorgedrungen, in dem es kaum noch möglich ist, die Kraftzwerge noch kräftiger zu machen. Meistens macht die mangelnde Kühlung im beengten Innenraum einen Strich durch die Rechnung.

Vielleicht hat Geekom deshalb jetzt den A8 Max auf den Markt gebracht, dessen leistungsfähige Komponenten in einem größeren Gehäuse mit neuer Lüftung untergebracht sind. ntv.de hat ausprobiert, ob das Mini-Max-Konzept aufgeht.

Fast doppeltes Volumen

Auf den ersten Blick ist das Design identisch zu dem des Geekom A8. Mit einer Grundfläche von 13,5 x 13,2 cm und einer Höhe von knapp 4,7 cm nimmt der Max allerdings wesentlich mehr Platz auf dem Tisch weg, sein Volumen von rund 0,84 Litern ist fast doppelt so groß.

Geekom hat das größere Gehäuse auch genutzt, um auf der Vorderseite neben Kopfhörerbuchse und Einschalter gleich vier USB-A-Eingänge unterzubringen. Ob das noch zeitgemäß ist, sei dahingestellt, mehr als zwei benötigen an dieser Stelle wohl die wenigsten Nutzerinnen und Nutzer. Immerhin bieten die Anschlüsse Datenübertragungsraten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s).

Viele Anschlüsse

Auf der Rückseite hat der A8 Max zwei weitere USB-A-Buchsen. Eine gestattet ebenfalls 10 Gbit/s, die andere ist mit einer Höchstgeschwindigkeit von 480 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) nur für Mäuse oder Tastaturen geeignet.

Außerdem findet man dort zwei USB-C-Anschlüsse, die rasante Datenraten bis zu 40 Gbit/s gestatten, zwei HDMI-2.0-Ausgänge sowie zwei Ethernet-Buchsen, die auf bis zu 2,5 Gbit/s kommen. An den Seiten hat der A8 Max einen flotten Kartenleser und eine Befestigungsöse für ein Kensington-Schloss. Der A8 hat nur einen Ethernet-Anschluss und keine Öse.

Netzteil nicht unbedingt nötig

Auf der Rückseite befindet sich auch der Stromanschluss für das mitgelieferte 120-Watt-Netzteil. Man kann es sich aber unter Umständen sparen, denn im Gegensatz zu den anderen Geekoms kann man den A8 Max auch über einen der beiden USB-C-Anschlüsse versorgen. Sehr gut, das war überfällig.

Man benötigt die Buchse unter Umständen, um einen Monitor zu verbinden. Das ist aber nur im Extremfall nötig, denn dafür gibt es auch die HDMI-Ausgänge und den zweiten USB-C-Anschluss. Insgesamt kann man vier 4K-Displays am Geekom A8 Max betreiben, ein einzelner Monitor kann auch eine 8K-Auflösung haben.

Stark genug für anspruchsvolle Aufgaben

Nicht nur damit ist der PC unter anderem gut für aufwendige Bild- und Videobearbeitung gerüstet. Sein Chip ist dafür ebenfalls leistungsfähig genug. Das Testgerät ist mit dem AMD Ryzen 9 8945HS ausgestattet, der auf 32 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (Zweikanal DDR5 262PIN 5600MHz SODIMM) zugreifen kann. Bei Bedarf kann man auf 64 GB aufrüsten.

Im Praxistest liefen mit dem Rechner unter anderem Videobearbeitungen von 4K-Material absolut flüssig. Mit der integrierten Grafikeinheit AMD Radeon 780M kann man auch etwas anspruchsvollere Spiele wagen, solange man nicht zu viel erwartet. Das zwar schon ältere (2016), aber grafisch anspruchsvolle "Rise of the Tomb Raider" ließ sich im Test auch mit hohen Einstellungen flüssig spielen.

Nur leiser, aber nicht schneller

Wenn man sich das Datenblatt ansieht, ist es nicht verwunderlich, dass der Max in Benchmark-Tests nicht besser als der kleine A8 abgeschnitten hat, da er den gleichen Chip hat. In Geekbench 6 erreichte der A8 Max mit einem Rechenkern rund 2600, mit allen acht Kernen fast 13.000 Punkte. Den Geekbench-Grafiktest absolvierte er mit etwa 32.100, PCMark 10 mit knapp 6900 Punkten.

Da Geekom auch die Leistungsaufnahme so drosselt, dass die maximale Wärmeabgabe des Chips 45 Watt nicht übersteigt, hat der Max mit seiner verbesserten (größeren) Kühlung aber den großen Vorteil, leiser zu sein als der A8. Im normalen Betrieb macht sich der Lüfter gar nicht bemerkbar, wenn er etwas stärker gefordert wird, rauscht er auch nur leise. Selbst unter Höchstlast stört er nicht allzu sehr. Das gilt vor allem, wenn der Mini-PC mit der mitgelieferten Montageplatte auf der Rückseite des Monitors oder unterm Schreibtisch befestigt ist.

Etwas schwächere SSD

Auch bei der SSD gibt es einen Unterschied. Der von Crucial stammende Speicher des A8 Max hat im Blackmagic Disk Speed Test Schreibraten von etwa 3500 Megabyte pro Sekunde (MB/s) erreicht, beim Lesen kam er auf knapp 2600 MB/s. Die Kingston-SSD des kleinen A8 erwies sich hier mit Leseraten von nahezu 3500 MB/s als leistungsfähiger.

Bei den Funkverbindungen nutzen beide Geekom-Minis Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.2. Das ist okay, aber nicht der neueste Stand. Andere frische Rechner unterstützen vor allem schon das aktuelle Wi-Fi 7.

Fazit

Wer einen leistungsfähigen Mini-PC für anspruchsvollere Aufgaben sucht, der nicht zu laut ist, liegt mit dem Geekom A8 Max richtig. Das hat aber seinen Preis, mit Rabatt kostet die Test-Variante rund 1050 Euro. Das Modell mit dem etwas schwächeren Chip AMD Ryzen 7 8845HS und 1 TB großer SSD bekommt man für rund 900 Euro.

Wenn ein etwas lauterer Lüfter nicht stört, ist der kleine A8 die attraktivere Lösung, der für rund 900 und 750 Euro angeboten wird. Darf’s ein Apple-PC mit weniger Anschlüssen sein, lohnt sich außerdem ein Blick auf den noch kräftigeren Mac mini, der in der einfachsten Ausstattung für weniger als 700 Euro zu finden ist.

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