- 2 von 5 Punkten
- Jetzt wollen auch die Stuttgarter Kommissare witzig sein – das geht nach hinten los
Worum geht's in diesem "Tatort"?
Das Stuttgarter Ermittler-Duo Lannert und Bootz hat es mit einem kniffligen Fall zu tun: Der Drogendealer Boris Kellermann (Thomas Gräßle) wurde ermordet, doch in der Gerichtsmedizin liegt nur sein Kopf – der Rest der Leiche fehlt. "Er war eine Koksnase und wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem großen Hund gebissen", sagt Rechtsmediziner Vogt zu Kommissar Sebastian Bootz (Felix Klare). Dessen Kollege Thorsten Lannert (Richy Müller) ist derweil allein unterwegs und schickt übers Handy Fotos, auf denen blutverschmierte Tische und Messer zu sehen sind. Bootz rätselt, wo die Bilder gemacht wurden: in einer Küche, in einem Drogenlabor, in einem Schlachthaus? Als er seinen Partner nicht mehr telefonisch erreicht, macht er sich Sorgen. Nicht ganz unbegründet, wie sich kurz darauf herausstellt: Lannert liegt völlig zugedröhnt in einer Bar. Er wurde unter Drogen gesetzt und faselt etwas von einem Deal, der in der Nacht über die Bühne gehen soll. Bootz muss herausfinden, was es damit auf sich hat und die Verbindung zum Mord an Kellermann herstellen.

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Warum lohnt sich der Fall "Die Nacht der Kommissare"?
Der Film wartet mit zahlreichen kuriosen Charakteren auf. Herausstechend ist die Bauernfamilie Bechtle: Vater Dieter (Klaus Zmorek), Mutter Beate (Therese Hämer) und Sohn Arthur (Valentin Erb). Sie schuften als Schweinebauern und träumen von einem anderen, in ihren Augen besseren Leben. Um das zu erreichen, lassen sie sich auf einen irrsinnigen Deal mit Drogenhändlern ein. In Erinnerung bleiben dabei vor allem Details, etwa die Tatsache, dass Schweinebauer Dieter die ganze Zeit einen rosafarbenen Anzug trägt. Oder seine resolute Frau Beate, die permanent mit einem Gewehr hantiert und so schöne Sätze sagt wie: "Der Eine verarscht den Anderen. Unser Leben lang waren wir der Andere."
Was stört?
"Was machen die da?" – diese Frage wird mehrmals im Film gestellt, und als Zuschauer bleibt man auch ziemlich ratlos zurück. Dass die Stuttgarter Kommissare sich jetzt ebenfalls an Klamauk und Komik versuchen, ist arg gewöhnungsbedürftig. Der schwarze Humor dürfte keine breite Masse erreichen, wie es etwa der Münster "Tatort" regelmäßig schafft. Die Geschichte (Drehbuch: Wolfgang Stauch, Regie: Shirel Peleg) ist total wirr, lange versteht man überhaupt nicht, worum es geht. Es fehlen ein roter Faden und die Spannung. Stattdessen irrlichtert Kommissar Lannert dauergrinsend durch die Nacht und erzählt seinen Kollegen, dass er sie liebt. Eher ein nicht enden wollender Drogenrausch statt ein packender Krimi – anstrengend.
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Die Kommissare?
Als Kommissar ist Thorsten Lannert dieses Mal ein Totalausfall, dafür muss Gerichtsmediziner Dr. Daniel Vogt (Jürgen Hartmann) einspringen. Ihm wird deutlich mehr Bedeutung eingeräumt. Bei der Ermittlungsarbeit stellt er sich allerdings so ungeschickt an, dass ihn sogar die Ganoven für einen Praktikanten halten. Bootz ist derweil nicht nur Ermittler, sondern auch Kindermädchen für seinen zugedröhnten Kollegen Lannert.
Ein- oder ausschalten?
Wer Lust auf Experimente hat, darf gerne einschalten. Alle anderen können sich diesen Krimi aus Stuttgart sparen.
Die "Tatort"-Folge "Die Nacht der Kommissare" wurde erstmals am 18. Juni 2023 ausgestrahlt. Die ARD wiederholt den Film am Freitag, 4. April 2025 um 22.20 Uhr
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