In 40 Tagen ertönt der Anpfiff zum Eurovision Song Contest 2025 – natürlich in Form der «Te Deum»-Fanfare. Höchste Zeit also, einen Blick respektive ein Ohr auf die Konkurrenz zu werfen, gegen die sich die Schweizer ESC-Hoffnung Zoë Më mit ihrer zartschönen Ballade «Voyage» behaupten möchte.
37 Nationen singen in Basel gegeneinander an – hier sind sieben Beiträge, die aus diversen Gründen heraustönen.
1. Der 90s-DJ: Gabry Ponte
«Tutta l'Italia» (San Marino): Während alle anderen Namen im Line-up auch tatsächlich hinter dem ESC-Mic stehen, dreht Gabry Ponte stattdessen an den Knöpfen des nicht eingesteckten Mischpults. Der DJ und Produzent, der Teil von Eiffel 65 war und mit «Blue (Da Ba Dee)» eine der Eurodance-Hymnen schlechthin schuf, lässt andere für sich singen.
Und zwar «Tutta l'Italia», also: «Ganz Italien», dazu wird im Musikvideo Tomatensugo gekocht – das ist, wie wenn Liechtenstein die Schweiz feiern und dazu im Käsefondue rühren würde.
2. Die erste Hundstronautin: Emmy
«Laika Party» (Irland): In ihrer norwegischen Heimat blitzte Emmy mit diesem Lied beim ESC-Vorentscheid ab. Eine der Songwriterinnen ist Irin, darum versuchte es das Team beim dortigen Vorentscheid – und gewann prompt die Show.
Obwohl oder vielleicht gerade, weil die Idee hinter dem Song so random ist: Emmy stellt sich vor, dass Laika, die erste Hündin, die 1957 mit einer Sowjet-Rakete ins All geflogen wurde, immer noch am Leben ist. Der Tag, an dem sie das Thema googelt, wird ein sehr trauriger sein für sie.
3. Das Meme: Tommy Cash
«Espresso Macchiato» (Estland): Ein fast schon dadaistischer, in italienischer und englischer Sprache gehaltener, von einem estnischen Rapper gesungener Track voller italienischer Stereotypen, der in Italien eine gewisse Empörung nach sich zog.
Genau das wird von einem Typen erwartet, der Loafers in Loaf-Optik (sprich: Brotlaibe) designt, die absurdesten Musikvideos herausbringt und mit Joost, der 2024 vom ESC-Finale ausgeschlossen wurde, fürs Stück «United By Music» (notabene das Motto des Contests) zusammenspannt.
4. Die Tränendrüse: Klemen
«How Much Time Do We Have Left» (Slowenien): Die meisten ESC-Songs transportieren eine gewisse positive oder schöne Botschaft (in diesem Artikel gibt’s einige Ausnahmen, die diese Regel bestätigen), so bedeutungsschwer wie der slowenische Beitrag ist dieses Jahr aber keiner.
Klemen besingt schnörkellos die schwere, eigentlich unheilbare Krankheit seiner Frau und wie diese den Kampf unerwartet gewonnen hat. Und jetzt entschuldige uns bitte, wir haben da was im Auge.
5. Die Spice Girls: Remember Monday
«What the Hell Just Happened?» (Vereinigtes Königreich): In den 90ern, Nullerjahren und auch noch in den 2010ern strahlten sie einem auf jeder zweiten Magazinseite entgegen, heute ist die westliche Girlgroup-Szene so ausgestorben wie der Zeitschriften-Markt selbst. Längst haben J- und vor allem K-Pop-Acts die Playlists und For-You-Pages übernommen und füllen weltweit Stadien.
Das englische Trio Remember Monday bringt nun den Little-Mix-Vibe von damals zurück, mit Girlpower, Tempowechseln und insbesondere: ordentlich Fun.
6. Die Wettkönige: KAJ
«Bara bada bastu» (Schweden): Seit sie Ende Februar den schwedischen Vorentscheid für sich entscheiden konnten, führen die Finnen KAJ die ESC-Wettquoten fast ununterbrochen an.
Mit einem Song, der praktisch jedes Eurovision-Klischee erfüllt: Schwedische Lyrics (nicht Englisch, daher: witzig!), die sich ums Saunieren drehen (witzig!), mit einem entsprechenden Over-the-top-Bühnenbild (witzig!), schunkeltauglicher Sound (witzig!), vorgetragen von einem Musik-Comedy-Trio (witzig!). Eine geradezu unfaire Kombi.
7. Der Zweideutige: Go-Jo
«Milkshake Man» (Australien): Das einzige ESC-Klischee, das KAJ auslassen, ist Sex. Und da springt Go-Jo in die Bresche beziehungsweise ins Bett. «Milkshake Man» läuft förmlich über vor Zweideutigkeiten – das beginnt schon im ersten Satz: «Nimm einen Schluck aus meinem besonderen Becher.» Später singt er von seiner «Karamell-Banane, die du gesehen haben musst».
Das schmeckt nach Spass und scheint für die Eurovision-Veranstalterin EBU (European Broadcasting Union) gerade noch in Ordnung zu gehen, nachdem sie beim Refrain des maltesischen Beitrags, wo zunächst «Serving Kant» gesungen wurde, die Zensurschere ansetzte.
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