Seit Monaten ist der Journalist und Buchautor Nicholas Potter („Judenhass Underground“) Ziel von Anfeindungen auf Social Media. Auch mit Aufklebern im öffentlichen Raum in Berlin wird Potter denunziert, angefeindet und bedroht, wie der „Tagesspiegel“ berichtet.

Urheber der Anfeindungen seien „diverse Akteure“ aus der antiisraelischen Szene, sagte Potter dem Deutschlandfunk. Eine Rolle spielt auch das Portal „Red“, über das Potter zuvor berichtet hatte. Recherchen des „Tagesspiegels“ zufolge spielt handelt es sich dabei um einen Nachfolger des Propaganda-Portals „RedFish“, das sich im Besitz von Russlands Staatsmedien befunden habe.

Potter ist Redakteur bei der Berliner Tageszeitung „taz“. Er recherchiert unter anderem über Antisemitismus und die antiisraelische Szene. Die Chefredaktion der „taz“ verurteilte die Anfeindungen als Angriff auf die Pressefreiheit. Damit solle die Berichterstattung durch Einschüchterung unterbunden werden, heißt es in einer Erklärung der „taz“-Chefredaktion vom Dienstagabend in Berlin. Die „taz“ werde sich mit allen journalistischen und juristischen Mitteln dagegen wehren.

„Der Fall Nicholas Potter muss eine Warnung sein“

Die Urheber seien „dem agressiv-anti-israelischen-Lager zuzuordnen“, heißt es von der „taz“: „Vermutlich sind sie motiviert aus dem Umfeld einer sich links-revolutionär gerierenden Plattform, über deren Verbindungen zum russischen Propagandakomplex Nicholas Potter recherchiert und kritisch in der ‚taz‘ geschrieben hat.“

Auch der Zentralrat der Juden stellte sich hinter Potter. „Der Fall Nicholas Potter muss eine Warnung sein, dass radikale Gruppen unsere Medienöffentlichkeit unterlaufen wollen“, zitierte die „Jüdische Allgemeine“ einen Sprecher des Zentralrats. „Wir haben Potter als einen mutigen Journalisten kennengelernt, der stets an der Wahrheit einer Geschichte interessiert ist. Wer ihn bedroht und diffamiert, der hat keine Argumente. Wir dürfen das als Gesellschaft nicht zulassen.“

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