Plötzlich einen persönlichen Brief eines Royals in den Händen zu halten, ist schon ungewöhnlich. Noch dazu, wenn man gar nicht in Großbritannien zu Hause ist. So ergeht es nun der französischen Vergewaltigungs-Überlebenden Gisèle Pelicot, die von Königin Camilla angeschrieben wird.
Die britische Königin Camilla hat der französischen Vergewaltigungs-Überlebenden Gisèle Pelicot einen persönlichen Brief geschrieben. Dies bestätigte das britische Königshaus gegenüber der Zeitschrift "Newsweek". Die Frau von König Charles III. habe damit beabsichtigt, "ihre Unterstützung von höchster Ebene auszudrücken".
Königin Camilla engagiert sich schon seit Langem gegen häusliche und sexuelle Gewalt. Pelicots Schicksal habe sie "enorm betroffen" gemacht, berichtet "Newsweek". Ihr sei es ein persönliches Anliegen gewesen, ihre Anerkennung für die "außergewöhnliche Würde und Tapferkeit" der 72-Jährigen zum Ausdruck zu bringen.
Camilla nimmt damit Bezug auf Pelicots Entscheidung, auf Anonymität zu verzichten und stattdessen öffentlich eine Vorbildrolle für andere Betroffene sexueller Gewalt einzunehmen. "Wie sie es richtig ausdrückte, warum sollte man ihr das Gefühl geben, ein Opfer zu sein oder sich aus Scham zu verstecken?", zitiert "Newsweek" hierzu eine Palast-Quelle.
Knapp zehn Jahre lang missbraucht
Zum konkreten Inhalt des Briefes wollte sich der Palast indes nicht äußern. Dies sei bei privater Korrespondenz von Mitgliedern des Königshauses auch nicht üblich, meldet die BBC. Die Palast-Quelle wird von "Newsweek" jedoch noch mit den Worten zitiert, Gisèle Pelicot habe trotz ihres "persönlichen Leidens" den Blick auf "ein sehr wichtiges gesellschaftliches Problem" gelenkt.
Gisèle Pelicot war von ihrem Ehemann Dominique Pelicot knapp ein Jahrzehnt lang immer wieder betäubt und vergewaltigt worden. Zudem ließ er seine Frau von Dutzenden anderen Männern missbrauchen, während er selbst die Taten filmte.
Die Verbrechen sorgten international für Entsetzen. Der Prozess gegen Dominique Pelicot und viele seiner Mittäter wurde weit über die Grenzen Frankreichs hinaus verfolgt. Im Dezember wurde "der Teufel von Avignon" zu 20 Jahren Haft verurteilt.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke