Die Wissenschaft aus dem Baselbiet hilft, Leben in ärmeren Ländern zu retten. Das Schweizerische Tropeninstitut Swiss TPH mit Sitz in Allschwil BL führt nicht nur Projekte in Ländern des Globalen Südens durch, sondern bildet auch spezialisierte Fachleute zu Gesundheitsthemen aus.
Gesundheitsminister studierte in Allschwil
Manche davon nehmen nach dem Studium wichtige Rollen in der Heimat ein. Zum Beispiel haben der Gesundheitsminister von Ruanda oder Vize-Minister von Laos und Kambodscha am Swiss TPH studiert.

Dass die Trump-Regierung nun der amerikanischen Behörde USAID den Geldhahn zudreht, bedroht neben konkreten Projekten gegen Malaria oder HIV auch diesen Wissenstransfer aus der Schweiz. Studierende werden oft im Rahmen von grossen Projekten vor Ort angestellt und gezielt am Swiss TPH ausgebildet. Wenn die Mittel immer knapper werden, fällt die Finanzierung für solche Jobs oder für ganze Projekte weg.
Studienleiter und Epidemiologe Peter Odermatt sagt: «Unser Ziel ist es, einen Beitrag an die globale Gesundheitsförderung zu leisten.» Swiss-TPH-Absolvierende seien später oft Schlüsselfiguren in ihrer Heimat. Er fürchtet, dass etwa in Gesundheitsministerien Fachleute fehlen werden, die grosse Projekte umsetzen könnten. Das würden betroffene Länder sehr schnell spüren.
Wenn das Geld längerfristig fehlt, wird dies immense Auswirkungen für sehr viele lokale Gemeinschaften haben.
Eine der Forschenden am Swiss TPH ist Naomi Chi Ndum aus Kamerun – sie arbeitet an Präventionsprogrammen. Dass die USA Mittel streichen, habe schwere Folgen in anderen Ländern: «Ich denke, viel mehr Menschen werden leiden. Dass nun Geld wegfällt, macht mir grosse Sorgen. Wenn das längerfristig fehlt, wird dies immense Auswirkungen für sehr viele lokale Gemeinschaften haben.» Sie wolle sich selbst für Verbesserungen einsetzen.
Studierende besorgt um Gesundheit zu Hause
Die Schweizer Studentin Anais Galli warnt: Wenn jetzt Menschen keine Impfungen, gesundes Essen oder auch nur sauberes Wasser mehr bekommen, würden wohl manche Krankheiten wieder aufflammen – «und daran werden viele Leute sterben». Das wäre einfach zu vermeiden, sagt sie.
Wir machen uns Sorgen um künftige Generationen.
Auch Daniel Salunga aus den Philippinen ist für seine Ausbildung nach Allschwil gekommen. «Wir fühlen uns nicht nur unsicher unseretwegen, sondern wir machen uns Sorgen um künftige Generationen.» Schon heute litten viel zu viele Menschen an Hunger. Er selbst will dagegen etwas unternehmen und Wissen über Ernährung in grossen Städten vermitteln.
Der Studienleiter und Epidemiologe Peter Odermatt hält fest: «Viele Studierende kommen aus dem Globalen Süden, und die meisten gehen danach wieder in diese Länder zurück.»

Odermatt sagt klar: «Momentan haben wir eine Krisensituation.» Man könne sich kaum ausmalen, was es bedeute, wenn Gelder grosser Player wegfallen. Sein Institut suche nun Lösungen mit neuen Partnerschaften, um direkt betroffene Personen zu schützen und auch, damit sich die globale Gesundheit nicht verschlechtere.
Längerfristig könne diese Krise auch eine Chance sein, sagt Odermatt. Dass Länder, die bisher stark von USAID-Geldern abhängig waren, die Sache vermehrt in die eigenen Hände nehmen würden. Das Swiss TPH selber will aktiver Mittel suchen und für sein Fundraising mehr Personal anstellen.
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