- Experten rechnen mit mehr als 10.000 Toten
- Hochhaus-Rohbau in Bangkog eingestürzt
- Bislang eine Hinweise auf deutsche Opfer
- Internationale Hilfe angelaufen
Gut einen Tag nach dem verheerenden Erdbeben der Stärke 7,7 sind die Opferzahlen sprunghaft gestiegen. Besonders betroffen ist das südostasiatische Myanmar. Wie die Militärregierung mitteilte, kamen bislang in dem Land mehr als 1.600 Menschen ums Leben, etwa 3.400 seien verletzt worden. Etwa 140 Menschen wurden vermisst. Experten erwarten jedoch, dass sich die Zahl der Toten weiter drastisch erhöht. So geht die US-Erdbebenwarte USGS von mehr als 10.000 Toten in Myanmar und den anderen betroffenen Regionen aus.
Das Epizentrum des Bebens lag in der Landesmitte von Myanmar in der Nähe von Mandalay, der mit 1,6 Millionen Einwohnern zweitgrößten Stadt des Landes. Berichten zufolge stürzten in Mandalay und dessen Umland zahlreiche Gebäude ein. Die in Myanmar herrschende Militärregierung rief für sechs Regionen des Landes den Notstand aus und bat um internationale Hilfe. In Myanmar tobt seit 2021 ein Bürgerkrieg.
Hochhaus-Rohbau in Bangkok eingestürzt

Auch in Thailand kam es zu Zerstörungen. In der Hauptstadt Bangkok – rund tausend Kilometer vom Epizentrum des Erdbeben entfernt – stürzte ein 30-stöckiges, im Bau befindliches Hochhaus ein. Das Haus befand sich in der Nähe des auch bei Touristen beliebten Chatuchak-Marktes. Einsatzkräfte suchten unter Bergen aus Beton und Stahl nach den Verschütteten. Laut Innenminister Anutin Charnvirakul wurden bislang acht Tote geborgen, 90 bis 110 Menschen wurden demnach noch vermisst.
Zu spüren war das Erdbeben unter anderem auch in Teilen Indiens, Vietnams und Chinas. In der chinesischen Provinz Yunnan wurden in mehreren Städten Gebäude beschädigt. In der Stadt Ruili meldeten die Behörden Verletzte. Auch in den Provinzen Guizhou und Guangxi bebte die Erde.
Dem deutschen Helmholtz-Zentrum für Geoforschung zufolge hatte das Beben eine Stärke von 7,7. Auch die US-Erdbebenwarte USGS verzeichnete eine Stärke von 7,7. Zudem registrierten die US-Forscher wenige Minuten später ein weiteres Erdbeben mit einer Stärke von 6,4.
Bislang keine Hinweise auf deutsche Opfer
Nach Angaben der geschäftsführenden Bundesregierung gibt es vorerst keine Hinweise auf deutsche Opfer. Zum jetzigen Zeitpunkt gebe es keine Erkenntnisse über betroffene Deutsche, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Die Lage sei noch sehr unübersichtlich. Laut Bundesinnenministerium könnten Bergungsexperten des Technischen Hilfswerks schnell für einen Einsatz zur Verfügung stehen. Voraussetzung dafür sei aber ein offizielles Hilfeersuchen.

Das Auswärtige Amt empfiehlt betroffenen Deutschen Staatsangehörigen, die Nachrichtenlage zu verfolgen und den Anweisungen lokaler Behörden sowie Reiseveranstaltern zu folgen. Weitere Nachbeben seien nicht auszuschließen. Zudem rät das Ministerium, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen und sich über Verhaltensempfehlungen bei Naturkatastrophen zu informieren.
Internationale Hilfe ist angelaufen
Inzwischen läuft die Internationale Hilfe auf Hochtouren. So bereiten sich die Vereinten Nationen auf einen großen Einsatz vor. Außerdem wurde fünf Millionen Dollar für den Wiederaufbau bereitgestellt. Auch andere Hilfsorganisationen wie "Ärzte ohne Grenzen", der Malteser Hilfsdienst und die Caritas kündigten Unterstützungen und Geldhilfen an.
Die Europäische Kommission teilte am Freitagabend mit, dass Copernicus-Satellitensystem für Südostasien aktiviert zu haben, um die Folgen des Erdbebens besser zu beurteilen. Außerdem seien 2,5 Millionen Euro für Soforthilfe bewilligt worden. Je nach Lage und Bedarf vor Ort sollten gegebenenfalls weitere EU-Hilfen mobilisiert werden.
dpa/afp (mbe/dni)
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