Karneval, Fasching, Fas(t)nacht: An zahlreichen Orten auf der Welt finden im Frühling Festlichkeiten statt, wo sich Menschen verkleiden, sich närrisch verhalten, Obrigkeiten kritisieren und ausgelassen schlemmen und trinken. Wenig überraschend liegen die Ursprünge im christlichen Glauben. So finden solche Feste vor allem in katholischen und orthodoxen Regionen statt – aber natürlich nicht nur: Basel gilt hier als reformiertes Gegenbeispiel.
Rio: In Brasilien dreht sich alles um die Sambaschulen, die mit exotischen Kostümen, Wagen und Lichteffekten jeweils bis in den frühen Morgen durch das Sambastadion in Rio ziehen. Zu den Höhepunkten gehören die aufwendigen Kunstwerke, die an Persönlichkeiten, kulturelle Traditionen und Geschichten der afrobrasilianischen Bevölkerung erinnern. Zehntausende auf den Tribünen und Millionen vor dem Fernseher weltweit verfolgen für gewöhnlich die Umzüge auf dem überdimensionalen Laufsteg.
Santa Cruz de Tenerife: Einer der Höhepunkte dieses Brauchs in der kanarischen Stadt ist die Gala zur Wahl der Festkönigin, die für gewöhnlich am Mittwoch der ersten Festwoche stattfindet. Die Kandidatinnen defilieren auf einer 1200 Quadratmeter grossen Bühne und präsentieren fantastisch aufgeputzte Gewänder, die oft über hundert Kilogramm wiegen. Weiterer Eckpunkt ist das «Begräbnis der Sardine» einer der symbolischen Schlusspunkte des Festes. Der in einer Sardine verkörperte Geist des Karnevals fährt in einer Kutsche durch die Strassen und geht schliesslich, umgeben von einer laut weinenden Witwer- und Witwenschar, in Flammen auf.
New Orleans: Im Karneval in der ehemaligen französischen Kolonie in den heutigen USA dreht sich alles um aufwendige Paraden, schimmernde Perlen, die von Festwagen geworfen werden, Strassen voller kostümierter Feiernder, üppigen Bällen und den Genuss allerlei Meeresfrüchte. Der Mardi Gras markiert dabei das Ende der Karnevalssaison an der Golfküste. Jedes Jahr kommen neben den Einwohnern von Louisiana mehr als eine Million Besucher nach New Orleans, um an der Feier der Stadt teilzunehmen.
Von Köln bis Rio: Karneval auf der ganzen Welt
Köln: Die Stadt ist neben Mainz und Düsseldorf eine der drei Hochburgen des rheinischen Karnevals in Deutschland. Vielerorts stürmen die Frauen zu Beginn der Festlichkeiten die Rathäuser und übernehmen symbolisch für einen Tag die Macht – weshalb der Fette Donnerstag in dieser Region traditionell Weiberfastnacht genannt wird. Eine andere Tradition besagt, dass Männer einen Kuss bekommen, wenn sie Frauen erlauben, ihre Krawatten oder Schnürsenkel abzuschneiden.
Basel: Die Fasnachtscliquen setzen sich am «Morgestraich» mit ihren meterhohen bemalten und beleuchteten Laternen und Kopflaternen in Bewegung, begleitet von Trommeln und Piccoloflöten. Basel erwartet zur Fasnacht jeweils mehr als 200’000 Schaulustige. Das Verkleiden der Zuschauer ist verpönt, kostümiert sind nur die Teilnehmenden an den Umzügen. Mit den Themen der Bilder auf den Laternen, «Sujets» genannt, werden ähnlich wie bei den Motivwagen bei anderen Karnevalsfesten, politische und gesellschaftliche Ereignisse aufs Korn genommen.
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