Das Shokz OpenMeet UC ist ein sehr kleines und leichtes Headset mit hybriden Schallwandlern, das man kaum spürt. Trotzdem ist der Klang ausgezeichnet, und das Mikrofon erfüllt ebenfalls hohe Ansprüche. Das hochwertige Vergnügen ist aber nicht günstig und nicht für jeden Kopf geeignet.

Ein Headset, das man mehrere Stunden oder sogar den ganzen Arbeitstag trägt, muss so bequem wie möglich sein, aber der Tragekomfort darf nicht auf Kosten der Qualität gehen. Diesen Spagat meistert das neue Shokz OpenMeet UC hervorragend. Spielt der Preis keine Rolle und ist der Kopf nicht zu klein, ist das Headset mehr als ein ideales Arbeitsgerät.

Das Shokz OpenMeet UC wiegt gerade mal 78 Gramm, wirkt aber hochwertig und äußerst robust. Außerdem ist es durch den Einsatz von viel Silikon extrem flexibel. Man kann es sogar bis zu einem gewissen Grad zusammenrollen, womit es bequem in der Innentasche der Jacke Platz findet. Ansonsten verstaut man es in einer kompakten, stabilen Transportbox. In ihr kommen außerdem das Ladekabel und der USB-Adapter unter.

Zwei Schallwege führen ins Ohr

Muscheln wie bei herkömmlichen Bügelkopfhörern hat das OpenMeet UC nicht. Es wird mit flexibel gelagerten Silikonmatten vor dem Ohr auf dem Schläfenbein platziert. Zentral in den Mitten befinden sich Knochenschallwandler. Wie der Name schon vermuten lässt, wandeln sie elektrische Signale in Vibrationen um, die über das Schläfenbein zum Innenohr geleitet werden

Diese Technologie ermöglicht eine gute Übertragung von Stimmen und höheren Frequenzen, dem Klang fehlen aber Bässe. Shokz gleicht dies durch herkömmliche (Luft-)Wandler aus, die den Schall direkt auf die Gehörgänge richten.

Musik macht Spaß

Das Ergebnis dieser Hybrid-Technologie ist ein schöner, luftiger und transparenter Klang, der neben klaren Höhen auch überzeugende Mitten bietet. Die Tiefen sind zwar nicht druckvoll zu nennen, aber deutlich präsent. Der Klang ist so gut, dass das OpenMeet UC auch bei Musik einen guten Job macht.

Hochauflösende Bluetooth-Standards unterstützt das Headset nicht, bei der offenen Bauweise sind aptX et cetera aber auch überflüssig. Low Letancy beherrscht das OpenMeet UC ebenfalls nicht, Verzögerungen zwischen Bild und Ton bei Videos waren im Test aber nicht zu erkennen.

Ausgezeichnetes Mikrofon

Bei Telefonaten kommen die Stimmen von Gesprächspartnern angenehm voll an – sofern deren Geräte mit entsprechend guten Mikrofonen ausgestattet sind. Beim Shokz OpenMeet UC ist das definitiv der Fall. Man klingt nicht nur sehr natürlich, eine effektive Geräuschunterdrückung ermöglicht auch Telefonate in lauterer Umgebung, von der Gesprächspartner fast nichts mitbekommen.

Man selbst hört natürlich, was um einen herum passiert, weshalb der Lärm nicht zu groß sein darf. Die Hybrid-Wandler arbeiten allerdings so direkt und bei Bedarf laut genug, dass belebte Straßen beispielsweise kein Problem darstellen. Eine angenehme Eigenschaft der Technik ist zudem, dass man seine eigene Stimme ohne Mikrofon-Unterstützung wahrnimmt.

Gelungene Steuerung

Die Steuerung hat Shokz ebenfalls gut hinbekommen. Ein großer Knopf am rechten Wandler dient zum Ein- und Ausschalten. Außerdem regelt man mit ihm Wiedergabe sowie Lautstärke und koppelt Bluetooth-Geräte. Ein Druck auf eine Taste am Gelenk des Mikrofonarms nimmt Gespräche an oder beendet sie. Um Anrufe abzulehnen, betätigt man sie zweimal. Am Mikrofon befindet sich ein weiterer Knopf zum Stummschalten. Führt man kein Gespräch, kann man über die Taste den digitalen Assistenten eines verbundenen Smartphones aufrufen.

Eine zugehörige App für Mobil- oder PC-Systeme gibt es auch. Neben Firmwareupdates ist sie im Alltag vor allem für die Auswahl des Equalizer-Modus da. Die Standardeinstellung ist ideal zum Musikhören, der andere Modus verstärkt bei Gesprächen Stimmen.

Überdies kann man das Multi-Point-Pairing regeln, wobei zwei Geräte gleichzeitig gekoppelt sind. Üblicherweise sind das Smartphone und Notebook. Bei beiden Optionen hat sich die Bluetooth-Verbindung im Praxistest auch über größere Entfernungen als sehr stabil erwiesen.

Laptops werden dabei über den USB-Adapter (USB-C oder -A) verbunden, der die übliche Bluetooth-Kopplung überflüssig macht. Sobald der Dongle eingesteckt ist, kann man loslegen. Das OpenMeet UC ist dabei für Zoom-Meetings zertifiziert, arbeitet aber auch einwandfrei mit Microsoft Teams und anderen sogenannten Unified Communications-Plattformen. Daher hat das Headset auch das Anhängsel UC, die Variante ohne Adapter hat es nicht. Nutzt man die Software für Windows-PCs oder Mac-Rechner, kann man darüber auch den Dongle aktualisieren.

Hohe Ausdauer

Shokz gibt die Gesprächszeit mit bis zu 14 Stunden an, was der Praxistest ungefähr bestätigt hat. Man kommt mit dem OpenMeet jedenfalls problemlos über den Arbeitstag und darüber hinaus. Ist der Akku doch einmal frühzeitig erschöpft, genügen fünf Minuten Ladezeit, um wieder rund zwei Stunden Gespräche führen zu können. In eineinhalb Stunden ist eine leere Batterie wieder vollständig geladen.

Man kann das Headset problemlos die gesamte Laufzeit auf dem Kopf tragen. Man spürt es dabei kaum, und Probleme mit warmen oder gar schmerzenden Ohren wie bei herkömmlichen Kopfhörern gibt es nicht. Das gilt auch für Brillenträger, denn der Bügel des OpenMeet UC bietet genug Luft für die Bügel von Sehhilfen - egal, wie dick diese sind.

Möglicherweise zu locker

Der extrem hohe Tragekomfort des Headsets kann aber auch ein Nachteil sein. Damit es bestmöglich sitzt, liefert Shokz Bügelpolster in drei verschiedenen Größen mit, die sicherstellen sollen, dass das Headset auch an den Seiten über den Ohren anliegt. Bei kleinen oder kahlen Köpfen reicht das aber nicht immer aus, wodurch das OpenMeet UC dann zu locker sitzt und bei stärkeren Bewegungen schnell verrutscht.

Ein vielleicht größeres Problem stellt der hohe Preis dar. Die unverbindliche Empfehlung für die UC-Modelle beträgt knapp 280 Euro, für die Variante ohne USB-Adapter möchte Shokz rund 250 Euro haben.

Fazit

Ist der Preis egal oder verschmerzbar, ist das Shokz OpenMeet UC ein ideales Headset für den Job oder private Vieltelefonierer. Es bietet einen enorm hohen Tragekomfort und wird technisch höchsten Ansprüchen gerecht. Im Zweifel ist es aber ratsam, es vor einem Kauf anzuprobieren, der Hersteller gibt dafür auf seiner Website zahlreiche Möglichkeiten an. Ansonsten hat man ein 30-tägiges Rückgaberecht.

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