Robert Downey Jr. verkörperte viele Rollen, die aus seiner eigenen Biografie stammen könnten. Mit 22 sorgt er in der Filmwelt für Aufsehen, als er in der Verfilmung des gleichnamigen Buchs von Bret Easton Ellis, «Less Than Zero» (1987), den Drogenabhängigen Julian spektakulär gut spielt. Bereits damals kämpft er mit Drogenproblemen, kann diese aber noch eine Zeit lang unter Kontrolle halten.

Als Chaplin zum Topstar
Vollends ins Rampenlicht Hollywoods katapultiert ihn «Chaplin» (1992). Im preisgekrönten Biopic unter der Regie von Richard Attenborough («Gandhi») schlüpft er unter die Melone des legendären Komikers und Schauspielers. Downey Jr., bis dahin öfter als leicht verschrobener Loser in Komödien besetzt, spielt hier die ganze Bandbreite seines Könnens spektakulär aus.

Der Film ist zwar nur ein mittelmässiger Erfolg und kann Publikum noch Kritik als Gesamtwerk überzeugen. Robert Downey Jr. aber holt sich damit die verdiente Oscarnominierung als bester Schauspieler.
Drogensumpf und Kontrollverlust
Kurz darauf folgt, was sich bereits ein Jahrzehnt zuvor angekündigt hatte: Kontrollverlust. Statt einer glamourösen Hollywood-Karriere folgt der Absturz: Drogen, Alkohol, Party-Exzesse. Sie machen die Dreharbeiten zu Martin Scorseses «Natural Born Killers» (1994) zum Eiertanz. «Die einzigen Momente, in denen ich einigermassen wach war, waren jene zwischen ‹Action!› und ‹Cut!›», erinnert sich Downey Jr. gegenüber dem Branchenmagazin Hollywood Reporter später.

1996 der Tiefpunkt: Nachdem mehrere Entzugstherapien scheitern und er während einer dreijährigen Bewährungsstrafe wegen illegalen Waffenbesitzes und mit Drogen im Fahrzeug überführt wird, muss er ein Jahr ins Gefängnis. Im Privatleben hinterlässt er eine Spur der Verwüstung: Seine Beziehung zu Jugendfreundin Sarah Jessica Parker in den 1980er-Jahren zerbricht, seine erste Ehe mit Deborah Falconer wird geschieden – immer wegen der Drogen.
Vom verehrten Vater zu Drogen verführt
Womit seine Biografie bis dahin wie eine Blaupause des Lebens seines Vaters erscheint. Robert Downey Sr., ein renommierter Filmemacher, habe ihn als Teenager zu wilden Partys mitgenommen und Alkohol und Drogen konsumieren lassen, erzählt Downey Jr. in den Talkshows.

Trotz zweifelhafter Erziehungsmethoden würdigt Robert Downey Jr. seinen Vater 2022 in einer Dokumentation. «Sr.» ist ein rühriges Familien-Biopic, das als Versuch gelesen werden kann, das Versagen von Downey Sr. als verantwortungsvollen Vater und Rollenmodell zu erklären.
Clean zum Oscar-Triumph
Sein fulminantes Comeback gelingt Robert Downey _Jr. 2008 als «Iron Man». Seine schauspielerische Brillanz blitzt hinter dem Superhelden-Panzer wieder auf – und das bei klarem Verstand. Alkohol und Drogen hat er aus seinem Leben verbannt, die Rollenangebote stapeln sich. Für «Tropic Thunder» (2009) wird er zum zweiten Mal mit einer Oscar-Nomination geehrt, den distinguierten britischen Detektiv «Sherlock Holmes» hievt er in den Roman-Verfilmungen 2009 und 2011 aufs nächste Level.

Als er im Februar 2024 – endlich – seinen ersten Oscar für «Oppenheimer» entgegennimmt, lässt er in seiner Dankesrede für einen kurzen Augenblick die dunkle Vergangenheit aufflackern. An seine zweite Ehefrau Susan Downey gerichtet sagt er: «Du hast mich wie einen Welpen gerettet und zurück ins Leben geholt». Wau.
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