- 4 von 5 Punkten
- Dicht erzählter Krimi mit vielen überraschenden Entwicklungen
Worum geht's in diesem "Tatort"?
Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) und seine Kollegin Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger) ermitteln in einem Fall von Fahrerflucht mit Todesfolge. Bei dem Opfer handelt es sich um Angela Herrig, eine ehemalige Medizinstudentin, die mit dem mutmaßlichen Clan-Mitglied Lorik Duka (Kasem Hoxha) liiert war. Bevor Faber und Herzog ihre Arbeit richtig aufnehmen können, erschüttert ein weiterer Mord das Kommissariat: Sebastian Haller (Tilman Strauß), Leiter der KTU und Erzfeind von Kommissar Faber, wird erstochen in seiner Wohnung aufgefunden. Die Ermittlungen werden an das Landeskriminalamt übertragen und plötzlich steht ein alter Bekannter in Fabers Büro: Kommissar Daniel Kossik (Stefan Konarske). Er gehörte einst zum Team der Dortmunder Mordkommission und wechselte dann zum LKA nach Düsseldorf. Das Verhältnis zwischen Faber und Kossik war stets angespannt, und auch jetzt stehen sie sich als Kontrahenten gegenüber. Kossik verdächtigt Faber, für Hallers Tod verantwortlich zu sein. Als am Tatort DNA des Kommissars gefunden wird, sieht Faber keinen anderen Ausweg als die Flucht.
Warum lohnt sich der Fall "Abstellgleis"?
Der Film schafft es, die Spannung über die vollen 90 Minuten hochzuhalten. Das liegt vor allem an immer neuen Wendungen und zahlreichen Intrigen, die im Laufe der Ermittlungen deutlich werden. Wem kann man trauen? Wer sagt die Wahrheit? Wer spielt ein falsches Spiel? Diese Fragen stellen sich nicht nur in der Mordkommission, auch in der Rechtsmedizin und in der KTU ist die Arbeit geprägt von Rivalität und Misstrauen. Spätestens als klar wird, dass der tödliche Unfall mit Fahrerflucht und der Mord an KTU-Chef Haller zusammenhängen, bekommt der Krimi noch mehr Dynamik.

"Tatort" aus Dortmund Zum Filmtod von Martina Bönisch: Hommage an eine selbstbestimmte Frau
Was stört?
Der Dortmunder "Tatort" hat sich zum Ziel gesetzt, Geschichten horizontal zu erzählen. Die Fälle bauen inhaltlich aufeinander auf, es gibt wiederkehrende Protagonisten. Der Fall "Abstellgleis" (Buch: Jürgen Werner, Regie Torsten C. Fischer) treibt es jedoch auf die Spitze. An Daniel Kossik als Ermittler der Dortmunder Mordkommission dürften sich nur langjährige Fans erinnern. Gleiches gilt für seine Fehden mit Kommissar Faber, die aber für die Stimmung des Films entscheidend sind. Der Tod von Fabers Kollegin Martina Bönisch spielt erneut eine Rolle, ebenso die RAF-Mutter von Kommissarin Rosa Herzog. Insgesamt wirkt der Krimi sehr rückwärtsgewandt und setzt viel Detailwissen voraus. Das könnte weniger treue "Tatort"-Zuschauer abschrecken.
Die Kommissare?
In kaum einem "Tatort"-Kommissariat dreht sich das Personalkarussell so schnell wie in Dortmund. Von der Ursprungs-Besetzung ist nur Kriminalhauptkommissar Peter Faber geblieben. Seit 2021 ermittelt Kommissarin Rosa Herzog an seiner Seite. Dass den beiden nun mit Ira Klasnić (Alessija Lause) eine neue Chefin vor die Nase gesetzt wurde, sorgt für schlechte Stimmung. Faber und Herzog fühlen sich von ihr schikaniert und degradiert. Nach Fabers Flucht wird Herzog ein weiterer neuer Kollegen zugeteilt: Otto Pösken (Malick Bauer) vom Kriminaldauerdienst. Er ist jung, ehrgeizig und zeigt auch privat Interesse an Herzog.
Dagmar Manzel hört auf – und auch diese Ermittler sind nicht mehr (lange) dabei

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Der Fall erfordert etwas Konzentration, um alle Zusammenhänge zu durchschauen, ist aber durchaus sehenswert. Schalten Sie ein!
Das Team aus Dortmund ermittelte auch in diesen Fällen:
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