Ein Mädchen geht shoppen und zofft sich mit seiner Oma. Ein Mädchen hat seltsame Zähne. Eine junge Frau leistet Wehrdienst. Eine junge Frau knutscht einen Freund. Das Treiben eines Teenagers ist selten der Rede und der Schreibe wert. Doch die 19-Jährige, die gerade immer wieder für Schlagzeilen sorgt und nicht nur im Internet eifrig beobachtet wird, ist kein Lieschen Müller. Für alle Nicht-Boomer: Sie ist anders als Normalsterbliche.

Das macht schon ihr Name deutlich, der klingt wie die Inschrift eines Bronze-Denkmals: Leonor de Todos los Santos de Borbón y Ortiz ist das erste Kind des spanischen Königs Felipe und seiner Frau Letizia. Und damit die künftige Thronfolgerin. Ihre Schwester Sofía ist rund anderthalb Jahre jünger. Theoretisch könnte sie zwar jederzeit von einem jüngeren Bruder verdrängt werden, die Thronfolge in Spanien begünstigt nach wie vor männliche Nachkommen. Ihre Eltern sind jedoch beide bereits Ü50.

Prinzessin Leonor wird seit ihrer Geburt beobachtet

Seit der Geburt von Leonor im Oktober 2005 wird im Prinzip jeder Wimpernschlag von ihr dokumentiert, reportiert und kommentiert. Von ihrer Taufe im Palast der Königsfamilie durch, wen sonst, den Erzbischof von Madrid über ihren von bourbonischen Gepflogenheiten geprägten Bandwurm-Namen bis zu ihren hochadeligen Taufpaten: Königin Sophia und König Juan Carlos, "zweifellos einer der berühmtesten Frauenhelden und Ehebrecher Spaniens" ("Berliner Morgenpost").

Von Leonor bis Amalia: Diese jungen Prinzessinnen werden in Europa herrschen

Amalia der Niederlande
Die Schattenseiten eines Lebens in der Öffentlichkeit hat Kronprinzessin Amalia der Niederlande wie keine andere ihrer Generation erfahren müssen. In den sozialen Medien wurde die älteste Tochter von König Willem-Alexander und Königin Máxima übel beschimpft und beleidigt. Als sie im Herbst 2022 bei ihrer Familie auszieht und eine kleine Wohnung im Amsterdam bezieht, um dort zu studieren, muss sie wenige Monate später wieder raus. Es gebe ernstzunehmende Drohungen gegen die künftige Königin, heißt es. Nicht von Online-Trollen, sondern von der organisierten Kriminalität. Ihr Studium, das Jura, Psychologie, Politik und Wirtschaft vereint, gibt sie nicht auf. Auch bei großen Events in der Öffentlichkeit wie dem Königstag oder dem traditionellen Sommer-Fotoshooting der Königsfamilie ist sie dabei. Im Januar 2023 tourt die Prinzessin von Oranien, so der offizielle Titel der Thronfolgerin, mit ihren Eltern durch die Karibik. Am 7. Dezember 2022 feiert Amalia ihren 18. Geburtstag und gehört damit automatisch zum Staatsrat ihres Landes. In ihrer Rede zu diesem Anlass spricht sie über das "Amt, das mich erwartet". "In der fernen Zukunft, hoffe ich. Auch wenn das Bewusstsein da ist, dass es morgen soweit sein könnte", erklärt die Kronprinzessin. Mit ihr wird eines Tages eine weitere Frau den niederländischen Thron besteigen. Bis 2013 war Amalias Großmutter Beatrix Königin. Sie trägt heute den Titel Prinzessin. Und vor Beatrix regierte deren Mutter Juliana das europäische Land © ANP / Imago Images
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Tatsächlich musste die "Infantin" Leonor – ein Titel, der anstelle von Prinzessin traditionell für alle Töchter eines Königs von Spanien oder Portugal verwendet wird – in jungen Jahren noch wie alle Altersgenossen eine ziemlich normale Schule besuchen. Im Sommer vor vier Jahren wechselte sie dann standesgemäß auf ein elitäres Internat in Wales in einer mittelalterlichen Burg, wo sie auch ihrer blaublütigen Kollegin Alexia der Niederlande begegnen konnte. Im Mai 2023 bekam sie dann im Kreis ihrer Familie ihr Abiturzeugnis überreicht, garantiert feierlich.

Eine Tutorin lobte ihren Schützling aus vollem Herzen. Genauer: "Ihre grenzenlose Liebe zu tiefgreifenden Gesprächen, ihre unerschütterliche Leidenschaft für das Lernen, das Verständnis für Menschen (…) und ihren Sinn für Humor". Urteil eines ehemaligen Mitarbeiters des Königs: "Als Schülerin war sie eine Bombe."

Unterwegs auf einem Schulschiff

Die Regenten von Spanien sind zugleich Oberkommandierende des Militärs. Um sich auf diese ungewohnte Rolle vorzubereiten, begann Leonor im August 2023 eine Ausbildung in allen Waffengattungen. Zuerst beim Heer, aktuell bei der Marine, danach noch bei der Luftwaffe, wo sie zur Pilotin ausgebildet werden soll. Stationiert ist sie derweil bei der Allgemeinen Militärakademie in Saragossa, der Marine-Militärakademie in Marín und der Allgemeinen Luftfahrtakademie in Murcia.

Royaler Ausflug Bilder von spanischer Kronprinzessin aus Shopping Mall sorgen für großen Ärger

Ihr Trip auf einem spanischen Schulschiff, das nach Aufenthalten in Brasilien und Uruguay jetzt in Chile vor Anker ging, spült gerade jede Menge fangfrische Royal-News in die Medien. So sollen Fotos, die Leonor beim Besuch eines Einkaufszentrums zeigen, illegal und heimlich entstanden sein. Die spanische Botschaft in Chile hat vorsorglich und fürsorglich Anzeige erstattet.

Kurz vorher gab es bereits Gerüchte über einen neuen Freund. Im Rahmen des brasilianischen Karnevals soll Leonor bei einem Landgang einen Mit-Kadetten geküsst haben. "Prinzessin Leonor liebt diesen feschen Matrosen" titelte die "Bunte", als wäre sie mit an Bord gewesen. "Intensive Recherchen" einer spanischen Boulevardzeitung konnten den schwerwiegenden Verdacht einer Romanze jedoch nicht erhärten.

Seefahrt ohne Sonderbehandlung: Prinzessin Leonor (3. v. l.) ist mit anderen Kadetten auf einem Schulschiff in Südamerika unterwegs © Francisco Gom / Imago Images

Was man über Leonor sonst noch weiß

• Stößt sie die Hand ihrer Oma, Königin Sophia, vor dem Oster-Gottesdienst auf Mallorca weg, wird die ganze Welt Zeuge eines Familienknatsches.

• Ihr Gebiss ist ungleichmäßig gewachsen. Lange fehlten die Eckzähne. Wenn sie lächelte, entblößte sie Lücken in ihrem Mund.

• Fake-Profile unter ihrem Namen auf Tiktok und X versprachen Fans finanzielle Unterstützung gegen eine kleine Gebühr. Als der Betrug auffiel, war es für einige Gutgläubige schon zu spät.

• Laut des früheren Generalsekretärs des Königshauses mischen sich bei ihr "Temperament" und "Disziplin".

Bitte recht spanisch: Prinzessin Leonor (3. v. l.) mit Vater Felipe, Schwester Sofía und Mutter Letizia (v. l.) © Imago / PPE / Imago Images

• An Bord des Schulschiffs wird sie nicht bevorzugt. Sie teilt sich mit zwei Kolleginnen eine Kabine und benutzt die Gemeinschaftstoilette. Sie macht Wachdienste, schleppt schwere Säcke und schrubbt Planken.

• Fortsetzung folgt, ganz bestimmt!

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