"Adolescence" führt die Netflix-Charts an. Das liegt nicht nur an der radikalen Erzählweise und dem Talent des Hauptdarstellers. Die Serie hat eine gesellschaftliche Relevanz.

Ein 13-Jähriger unter Mordverdacht. Eine Familie am Abgrund. Eine digitale Spur, die ins Internet führt. Die britische Netflix-Serie "Adolescence" seziert mit beklemmender Präzision, wie ein Schüler in den Strudel extremistischer Ideologien gerät. Die am 13. März veröffentlichte vierteilige Serie ist derzeit in aller Munde und führt weltweit die Netflix-Charts an. Kritiker loben ihre gesellschaftliche Relevanz, Eltern sind alarmiert.

Doch was macht "Adolescence" so außergewöhnlich? Fünf Gründe, warum diese Serie unter die Haut geht:

1. Adolescence: eine verstörende Geschichte, die auf realen Entwicklungen basiert

Im Zentrum steht der 13-jährige Jamie Miller, der verdächtigt wird, seine Mitschülerin Katie Leonard ermordet zu haben. Als die Polizei sein Kinderzimmer stürmt, stehen seine fassungslosen Eltern – gespielt von Stephen Graham und Christine Tremarco – hilflos daneben. Doch die Serie interessiert sich weniger für die Tat als für deren Ursachen. In Rückblenden wird Jamies schleichender Abstieg in radikale Online-Foren nachgezeichnet – eine Entwicklung, die erschreckend realistisch wirkt.

Überraschender Fakt: Stephen Graham ist nicht nur Darsteller, sondern auch Co-Schöpfer der Serie. In einem Netflix-Interview erklärte er: "Eines unserer Ziele war es zu fragen: 'Was passiert heutzutage mit unseren jungen Männern, und welchen Druck erleben sie von Gleichaltrigen, dem Internet und sozialen Medien?' Und der Druck aus all diesen Quellen ist für Kinder hier genauso schwierig wie überall auf der Welt."

2. Die unterschätzte Gefahr der Incel-Ideologie und Online-Radikalisierung

Ein zentrales Thema der Serie ist die Online-Radikalisierung junger Männer, insbesondere durch extremistische Ideologien und toxische Männlichkeitsbilder. "Adolescence" zeigt, wie Plattformen wie Youtube, Tiktok und Discord diese Ideologien verstärken können.

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Jack Thorne, Co-Autor der Serie, wollte mit "Adolescence" "die Realität männlicher Wut konfrontieren" und zeigen, "wie Jungen zu toxischen Präsenzen heranwachsen". Besonders beunruhigend ist die Darstellung, wie Algorithmen Nutzer schrittweise zu radikaleren Inhalten führen können, während in geschlossenen Gruppen kaum Widerspruch existiert.

3. Eine Inszenierung, die keinen Ausweg lässt

Regisseur Philip Barantini ("Boiling Point") setzt auf eine radikale Erzählweise: Jede der vier Episoden wurde in einem einzigen, ununterbrochenen Kameratake gedreht. Die Kamera bleibt unerbittlich dabei – wenn Jamie verhaftet wird, wenn Lehrer und Mitschüler versuchen, das Geschehene zu verarbeiten, wenn eine Therapiesitzung mit Psychologin Briony Ariston (Erin Doherty) seine innere Zerrissenheit offenbart. Diese Filmtechnik zieht das Publikum hinein in die Handlung. Es ist wie bei einem Theaterstück. Wenn man ins Theater geht, kann man nicht am Handy sein. Man muss also auf alles achten. So wie in dieser Serie.

4. Ein Schauspieldebüt, das unter die Haut geht

Der 15-jährige Owen Cooper liefert als Jamie Miller eines der intensivsten Nachwuchsdebüts der letzten Jahre. Er spielt seine Rolle nicht als Monster, sondern als verirrten Jungen, der zwischen Angst, Trotz und Resignation schwankt.

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5. Adolescence – eine Serie, die wie eine gesellschaftliche Mahnung wirkt

"Adolescence" ist mehr als das Porträt eines verlorenen Jungen. Die Serie zeigt nicht nur, wie digitale Radikalisierung funktioniert, sondern auch, warum sie so schwer zu stoppen ist. Die Serie stellt unbequeme Fragen: Wer trägt Verantwortung? Die Eltern? Die Plattformen? Die Gesellschaft? "Adolescence" gibt darauf keine einfachen Antworten – und genau das macht sie so erschreckend glaubwürdig. "Adolescence" ist keine leichte Kost – aber eine essenzielle Serie für alle, die verstehen wollen, wie soziale Medien junge Menschen prägen können. 

Alle vier Folgen von "Adolescence" sind bei Netflix verfügbar.

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