Vier Jahre nach dem Debüt schickt Skoda sein Elektro-SUV Enyaq mit neuem Gesicht, besserer Ausstattung und minimal mehr Reichweite an den Start. Antriebe und Preise bleiben wie gehabt. In diesem Segment und zu diesem Preis gibt es kein besseres Elektro-SUV. Aber trotz Facelift mangelt es dem Design immer noch an Emotionalität.
Noch im vorigen Jahr war bei den Neuzulassungen in Deutschland das Model Y von Tesla der Elektro-Liebling der Nation. Nur äußerst knapp dahinter: der Skoda Enyaq. Das Spiel wird 2025 deutlich anders ausgehen, bei dem peinlichen Spektakel, was derzeit Tesla-Chef Elon Musk veranstaltet und dadurch die einst hippe kalifornische Automarke massiv im Ansehen schädigt.
Skoda-Händler dürften darüber nicht unglücklich sein und sich über verstärkten Zulauf freuen. Beim Enyaq muss sich schließlich niemand rechtfertigen oder entschuldigen, warum er dieses Modell fährt. Und gegenüber dem Tesla Model Y ist das tschechische Elektro-SUV ohnehin die bessere Wahl.
Skoda hat dem Enyaq eine gezielte Modellpflege spendiert und sein Stromer-Flaggschiff in vielen Details verbessert. Am offensichtlichsten wird dies beim Design. Schon ein kurzer Blick ins Gesicht des Enyaq reicht, um zu erkennen: Hier kommt der Neue, tritt jetzt wie sein kleinerer Bruder Elroq im sogenannten "Modern Solid-Design" auf. Prägend ist hier das durchgehende Lichtband. Skoda nennt das Ganze "Tech-Deck-Face".
Aber auch unter dem Blech ist einiges passiert. Leichtes Spiel hatten die Entwickler nicht. Der Enyaq war bereits ein äußerst attraktives Angebot im Segment. Platzangebot, Komfort, Qualität, die effizienten Antriebe und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben seit dem Debüt 2020 über eine viertel Million Kunden zu Skoda- und gleichzeitig zu E-Auto-Fans gemacht.
Motto "Ein bisschen was geht immer noch"
Unter dem Motto "Ein bisschen was geht immer noch" wertete Skoda unter anderem die Serienausstattung auf. Beheizbare Vordersitze und das wärmende Lenkrad müssen fortan nicht mehr extra bezahlt werden. Ebenso ab Werk an Bord sind schlüsselloser Zugang, 3-Zonen-Klimaautomatik, Side Assist, vorausschauender, adaptiver Abstandsassistent und Stauassistent. Da freut es, dass die tschechische Volkswagen-Tochter die Preise auf dem alten Niveau belässt. Der Einstieg in den Enyaq beginnt bei 44.400 Euro.
Inspiriert vom Elroq haben die Designer auch die Auswahl an Stoffen, Sitzbezügen und Farbgestaltung angepasst. So gibt es jetzt Varianten mit umweltfreundlichen Materialien und Recycling-Stoffen, die dem Interieur eine mitunter sportlich-schicke Note verleihen. Wer konventionelles Leder möchte, bekommt es chemikalienfrei gegerbt. Zudem verzichtet Skoda auf Chrom, ebenfalls kritisch in der Herstellung.
Fahren weiter auf hohem Niveau
Was das Fahren angeht, agiert der Skoda Enyaq weiterhin auf hohem Niveau. Das Mittelklasse-SUV ist äußerst leise, liefert eine tolle Leistungsentfaltung und wirkt in seiner Gesamtabstimmung sehr solide. Zusammen mit dem guten Raumgefühl ergibt sich ein angenehmer Langstreckenkomfort.
Letzterer beinhaltet auch das Thema Batterie und Laden. Weil Skoda nochmals gezielt die Karosserie überarbeitete, konnte die Aerodynamik leicht verbessert und so die Reichweite beim Enyaq 85 - übrigens die meistverkaufte Variante der Baureihe - um 13 auf 582 Kilometer angehoben werden.
Schnellladen an HPC-Säulen ist bis zu 175 kW möglich. Unter optimalen Bedingungen kann der Akku in weniger als einer halben Stunde zu 80 Prozent wieder aufgefüllt werden. Neu ist das bidirektionale DC-Laden. Diese Funktion ermöglicht es, vorausgesetzt, man hat eine entsprechende Wallbox, beispielsweise bei Stromausfall zu Hause, das Heim über mehrere Tage mit Elektrizität zu versorgen.
Angebot an Batteriegrößen und Motorleistungen bleibt gleich
Beibehalten wird das Angebot an Batteriegrößen und Motorleistungen. Der Einstiegs-Enyaq 60 hat 59 kWh an Energievorrat und bringt bis zu 150 kW/204 PS Leistung auf die Hinterräder, der Enyaq 85 verfügt über eine nutzbare Kapazität von 77 kWh und hat eine Leistung von 210 kW/286 PS. Beim 85x sitzt zusätzlich eine E-Maschine an der Vorderachse, die Gesamtleistung bleibt jedoch bei den 286 PS.
Tief in die Markenphilosophie von Skoda verankert sind mittlerweile die "Simply-clever-Ideen". Dazu gehören praktische Ablagen, USB-C-Anschlüsse in beiden Sitzreihen, Haken für Einkaufstaschen, Smartphone-Taschen an den Rückseiten der Vordersitze, der berühmte Regenschirm in der Fahrertür oder der Eiskratzer im Tankdeckel. Für das Winterutensil fanden die Entwickler beim Enyaq allerdings ein anderes Versteck. Es steckt nun in der Innenverkleidung der Heckklappe.
Skoda Enyaq - technische Daten
- Fünftüriges, fünfsitziges SUV der Mittelklasse
- Länge: 4,66 Meter, Breite: 1,88 Meter, Höhe: 1,62 Meter, Radstand: 2,77 Meter, Kofferraumvolumen: 585-1710 Liter
Enyaq 60
- E-Motor mit 150 kW/204 PS, Drehmoment: 310 Nm, Hinterradantrieb, 0-100 km/h: 8,1 s, Vmax: 160 km/h, Verbrauch: 15,5 kWh/100 km, Akkugröße: 59 kWh, Reichweite: 437 km (WLTP), Ladeleistung: 165 kW (DC), 11 kW (AC), Ladedauer: DC: 10-80 Prozent in 24 Minuten, AC: 0-100 Prozent in circa 6,5 Std.
- Preis: ab 44.400 Euro
Enyaq 85
- E-Motor mit 210 kW/286 PS, Drehmoment: 545 Nm, 0-100 km/h: 6,7 s, Vmax: 180 km/h, Verbrauch: 14,9 kWh/100 km, Akkugröße: 77 kWh, Reichweite: 586 km (WLTP), Ladeleistung: 135 kW (DC), 11 kW (AC), Ladedauer: DC: 10-80 Prozent in 28 Minuten, AC: 0-100 Prozent in circa 8 Std.
- Preis: ab 48.900 Euro
Enyaq 85x
- E-Motor mit 210 kW/286 PS, Drehmoment: 310 Nm, Allradantrieb, 0-100 km/h: 6,7 s, Vmax: 180 km/h, Verbrauch: 15,7 kWh/100 km, Akkugröße: 77 kWh, Reichweite: 549 km (WLTP), Ladeleistung: 175 kW (DC), 11 kW (AC), Ladedauer: DC: 10-80 Prozent in 28 Minuten, AC: 0-100 Prozent in circa 8 Std.
- Preis: ab 51.150 Euro
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