Der Zufall will es, dass der Autor dieser Zeilen sich aktuell mit einem neuen Familiengefährt beschäftigt, da der jetzige Leasingvertrag ausläuft. Nach drei Jahren geht ein VW T-Roc zurück zum Händler und die Frage steht im Raum: Was nun? Der neue T-Roc kommt wohl erst im Herbst, der aktuelle Tiguan ist beim Privat-Leasing keine wirklich attraktive Alternative. Verlockender ist da, weil Markteinführung mit Lockangebot, der neue Tiguan XXL. Früher hieß er Allspace, heute Tayron.
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Technisch gesehen ist der Tayron auch wieder ein verlängerter Tiguan. Die gut 20 Zentimeter verteilen sich dabei geschickt auf den Fond und den größeren Kofferraum, der auch hier wieder variabel ist, dank der verschiebbaren Rückbank. Für knapp 1.000 Euro mehr lassen sich aus dessen Unterboden zwei Zusatzsitze zaubern, so dass der Tayron zum Siebensitzer wird. In eben dieser Variante und in der zweithöchsten Ausstattung Elegance ging es auf Probefahrt.
Mini-Touareg oder Maxi-Tiguan?
Beim Abholen im Autohaus stehen im Showroom Tayron und Touareg nebeneinander. Vielleicht nicht zufällig, denn auf den ersten Blick wird klar: Es gibt kaum einen Größenunterschied. Der wird erst bei einem Blick auf die Preisliste deutlich. So ziemlich voll ausgestattet kostet der Tayron rund 77. 000 Euro, der Touareg liegt hier im niedrigen sechsstelligen Bereich. Dennoch bleibt das erste Gefühl: Der Tayron spielt bei den großen Jungs mit. Innen wird schnell deutlich, hier wird kräftig ins Tiguan-Regal gegriffen: Sitze, Konsole, Armaturen, Digitalinstrumente. Der Probewagen hat, wie erwähnt, die Elegance-Ausstattung und kommt mit sieben Sitzen und großem Info-Display als Sonderausstattung.
Antrieb und erster Fahreindruck
Einsteigen, wohlfühlen und zurechtfinden. Das können Sie bei VW. Der Gangwahlhebel sitzt nun am Lenkrad, was beim Umstieg vom T-Roc anfangs irritiert. Die rechte Hand sucht auf den ersten Kilometern vergeblich die gewohnte "Ablage". Unter der Haube arbeitet der 1.5 eTSI mit 150 PS, ein Mild-Hybrid mit 7-Gang-DSG. Schon auf den ersten Metern in der Stadt wird klar: Das reicht gemütlich zum Mitschwimmen. Punkt. Den 1.700 Kilo Gewicht, die zu dritt mit Gepäck schnell zum Zweitonner werden, fehlt es schlicht an Bumms. So merkt man auch, dass der Tayron vom zweiten in den dritten Gang höher ausdreht, um die schwere Fuhre in Fahrt zu bringen.
VW Tayron Test (2025)

Komfort und Geräuschdämmung
Die extra Dämmung der Türscheiben hilft dabei, das Orgeln des kleinen Vierzylinders zu überhören. Spontane Überholvorgänge auf der Autobahn oder Landstraße wollen dennoch kurz überdacht werden. Andererseits stehen nach gut 100 Kilometern Fahrt mit 50 Prozent Stadt, 25 Autobahn (Tempo 130) und Bundesstraße 6,7 Liter Super zu Buche. Vollbesetzt mit vier Erwachsenen und einem Dreikäsehoch von 7 Jahren – ein beachtlicher Wert. Etwas teigig ist das Bremsgefühl, das dürfte gerne direkter sein.
Hier überzeugt der Tayron auf ganzer Linie. Die Federung gleicht Unebenheiten souverän aus, und die Geräuschdämmung ist auf einem sehr hohen Niveau – selbst bei höherem Tempo bleibt es im Innenraum angenehm leise und Gespräche mit dem Filius in der dritten Reihe klappen, ohne die Stimme anheben zu müssen. Die Ergo-Sitze mit Massagefunktion sind eine Überlegung wert und bieten einen guten Langstreckenkomfort. Auf die Infotainment-Spielereien gehe ich hier nicht weiter ein, nur so viel: Meine Nintendo-Generation kommt auf ihre Kosten, der Drehknopf für Lautstärke oder Fahrmodi ist ein großer Gewinn und auch die ChatGPT-Funktion macht Alt und Jung Freude. Überraschend gut war das werksseitige Soundsystem, auch hier lohnt sich eventuell erst ein Vergleich, bevor man das Kreuzchen bei der Harman-Kardon-Anlage macht.
Platzangebot hervorragend
Im fünfsitzigen Tayron stehen bereits großzügige 885 Liter Stauraum zur Verfügung, im Siebensitzer sind es mit der Notbestuhlung "nur" 850 Liter, aber hey, in Reihe drei gibt es sogar Becherhalter. Umgeklappt lauten die Werte 2.090 und 1.905 Liter. Wie praktisch das ist, zeigt sich, als Papa und Sohn das 20-Zoll-Rad ohne Probleme in den Kofferraum werfen können und dazu noch Schulranzen und Sporttasche. Kurzum: Platz für das Urlaubsgepäck einer Familie ist allemal vorhanden. Merklich mehr als im kürzeren Tiguan. Auch der Einsatz von Kind und Kindersitz klappt in Reihe zwei ohne störende Tritte in den Fahrerrücken. Ebenfalls top: die Isofix-Halterung auf dem Beifahrersitz.
Fazit
Der VW Tayron Elegance – (an)getestet als Siebensitzer – punktet mit sehr gutem Komfort, hoher Flexibilität und guter Sicherheitsausstattung. Beim Antrieb sollten nur sehr entspannte und vorausschauende Fahrer den 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner wählen. Das Bremsverhalten dürfte etwas präziser ausfallen. Ein eher leidiges Thema und wohl dem Rotstift geschuldet: Die nicht wetterfeste Rückfahrkamera mit SD-Optik passt nicht ganz zum sonst hochwertigen und gut verarbeiteten Familien-SUV.
VW Tayron vs. Skoda Kodiaq (2025)

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