Mercedes feiert eins seiner erfolgreichsten Modelle: Vor 30 Jahren lief der erste Transporter mit dem Stern im Kühlergrill vom Band. Sein Name wurde zum Begriff einer ganzen Gattung von Nutzfahrzeugen. Sprinter werden überall genutzt: ob als Krankenwagen oder mobile Arbeitsbühne.

Echte Auto-Ikonen müssen nicht immer chromblitzende Pkw, dicke SUV oder flache Sportflundern sein. Auch ein braver, kastiger Transporter kann sich seine Meriten verdienen und wird nicht nur von ausgewiesenen Fans im Straßenverkehr auf Anhieb erkannt. Der Mercedes Sprinter ist einer der beliebtesten seiner Art, trägt weltweit seinen Stern durch diverse Netflix-Serien, befördert dabei zuweilen vermummte uniformierte Gesetzeshüter vor der telegenen Ballerei zum Einsatzort. Er ist aber auch in fast jeder Stadt mit Tatütata und typischem Blaulicht zur Unfallklinik unterwegs, während in seinem Innenleben auffallend gekleidete Notärzte um Leben und Tod ringen.

So ein Sprinter hat viele Gesichter. Die erste Generation kam 1995 als Fahrgestell, Pritschenwagen oder Kipper, mit Doppel- oder Einzelkabine, als Kastenwagen oder Kombi, mit fünf oder neun Sitzen, mit Flach- oder Hochdach. Die Radstände reichten von 3 bis gut 4 Meter. Das zulässige Gesamtgewicht betrug zunächst 2590, 2800 oder 3500 Kilogramm.

Sicherheit im Arbeitsfahrzeug

Die Kombination aus selbsttragender Karosserie, kraftvollem Hinterradantrieb dank leistungsstarker Motoren und modernem Fahrwerk mit Einzelradaufhängung brachte den Kunden damals für Nutzfahrzeuge ungewohnte Vorteile in den Disziplinen Fahreigenschaften und Komfort. Kaum ein Nutzer findet in seinem Arbeitsgerät mehr Sicherheit.

Schon der Ur-Sprinter verfügt serienmäßig über Scheibenbremsen rundum, Antiblockiersystem ABS, automatischem Bremsdifferenzial, höhenverstellbaren Dreipunkt-Sicherheitsgurten mit am Sitz befestigten Gurtschlössern. Der Fahrer-Airbag war damals noch ein Extra. 2003 wurde aus den Pkw der Schleuderschutz ESP übernommen. 2013, sieben Jahre nach dem Start der zweiten Generation, nahm ein Seitenwind-Assistent der Achillesferse solcher hohen Fahrzeuge ihren Schrecken. So ein System war zu seiner Zeit eine Premiere.

Aktuelle dritte Generation kam 2018

2018 kam die noch aktuelle dritte Generation auf den Markt. Der Frontantrieb feiert seinen Einstand, Pkw-Feeling bringt das Multimediasystems MBUX, das erstmals in einem Nutzfahrzeug erhältlich ist, ins Cockpit. Seitdem hört der Sprinter 'aufs Wort' und ermöglicht die Nutzung diverser elektronischer Dienste. Bei den Sicherheitsfeatures hebt Mercedes-Benz Vans das Fahrzeug mit dem aktiven Abstands-Assistenten Distronic auf ein neues Niveau.

2019 begann ein neues Highlight der Zeitreise durch 30 Jahre Sprinter. Der Transporter meldete sich im elektrischen Zeitalter an. Der e-Sprinter in seiner aktuellen Form bietet seit dem vergangenen Jahr zwei Aufbauformen und Längen sowie drei Batteriegrößen und eine Reichweite von bis zu 478 Kilometern (WLTP). Mit einem Ladevolumen von bis zu 14 Kubikmeter und einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 4,25 Tonnen erreicht der e-Sprinter zudem ein vergleichbares Nutzwertniveau wie sein Pendant mit Verbrennungsmotor.

Heute heißen die Nutzis Vans

Seit Jahren ist der Sprinter das erfolgreichste Pferd im Stall der inzwischen Vans genannten Nutzis von Mercedes. Zum Jubiläum luden die Stuttgarter jetzt in ein neu gestaltetes "Van Experience Center" ein. Hier, in Berlin-Spandau, können jetzt unterschiedliche Varianten des Bestsellers entdeckt werden, die meist von Aufbauherstellern entwickelt und gebaut werden.

Bekannt ist natürlich die Blaulicht-Fraktion, Rettungswagen parken daneben Polizei-Kombis im Kleinbus-Format. Zu sehen sind auch Food-Trucks, die auf kaum einem Wochenmarkt mehr fehlen. Hinter einer aufklappbaren Seitenwand werden an Bord kulinarische Köstlichkeiten frisch zubereitet und über einen Verkaufstresen gereicht. Wer sich die Pfunde wieder abtrainieren will, besucht danach einen mobilen Fitnessraum, ein rollendes Kosmetikstudio oder einen ebensolchen Friseursalon. Alles natürlich lupenreine Sprinter, auch wenn sie als solche zuweilen kaum noch zu erkennen sind.

Ein wichtiges Geschäftsfeld für Mercedes, denn 75 Prozent aller Sprinter werden von Spezialfirmen modifiziert. Die Basismodelle rollen vom Mercedes-Band direkt zum Aufbauhersteller, bekommen dort ihr neues Innenleben. Weltweit legen 6000 Spezialisten für verschiedene Umbauarbeiten Hand an das nackte Originalmodell. Das gilt natürlich vor allem für Reisemobile, die die nüchternen Nutzfahrzeuge in rollende Luxus-Domizile verwandeln.

Zu den größten und wichtigsten Kunden gehören aber die Tafeln, mit denen Mercedes seit Erscheinen des ersten Sprinters vor 30 Jahren zusammenarbeitet. Jetzt wurde der 1500. Sprinter an die Hilfsorganisation übergeben. Der an sich serienmäßige Sprinter ist mit einer Kühlung ausgestattet, um die Lebensmittel vom Spender frisch bis zur Ausgabestelle zu transportieren.

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